Kleiner Bierbrauer kämpft mit dem Klimawandel

Die kleine und traditionell handwerklich arbeitende Brauerei Cantillon aus Brüssel hat zeitweise seine Bierproduktion stillgelegt. Der Grund für diesen Schritt liegt bei den zu warmen nächtlichen Temperaturen in diesen Tagen. Dadurch könne das Bier nicht auf natürliche Weise kühlen, so Braumeister Jean Van Roy.

„Wir sind Opfer des Klimawandels“, sagte Cantillon-Braumeister und -Eigner Jean Van Roy im VRT-Radioprogramm „De wereld vandaag“ und damit hat die Brauerei ein Riesenproblem.

Cantillon, wo seit 1900 auf natürliche Weise Lambiek-Bier gebraut wird, legt Wert darauf, sein Produkt nicht auf künstliche Art und Weise zu kühlen. „Die ideale Kühltemperatur liegt zwischen dem Gefrierpunkt und 5°C. Wenn das Bier bei den heutigen Temperaturen kühlt, also bei 10°C bis 15°C, können Bakterien hineingelangen.“ Deshalb stoppte Cantillon im Laufe der Woche seinen Brauprozess bis auf Weiteres. Eine einwöchige Braupause kann ein kleiner Handwerksbetrieb wie Cantillon noch verkraften, doch eine längere Periode ohne Braubetrieb könnte problematisch werden, so Van Roy.

Er will spätestens am 14. November wieder Bier brauen, denn dann veranstaltet er seinen traditionellen Brautag. Das ist der einzige Tag im Jahr, an dem Cantillon seine Tore für Besucher öffnet. An diesem Tag besuchen Bierfans aus der ganzen Welt die Cantillon-Brauerei im Brüsseler Ortsteil Anderlecht.