Der neue Erzbischof von Mechelen-Brüssel heißt De Kesel

Jozef De Kesel, der Bischof von Brügge, wird die Nachfolge von André Léonard als Erzbischof von Mechelen-Brüssel antreten. Das meldet die Zeitung La Libre Belgique und die Nachricht ist der VRT-Redaktion von verschiedenen Quellen bestätigt worden. Die Bischofskonferenz wird dies am heutigen Freitag auf einer Pressekonferenz bekannt geben.
BELGA/LALMAND

Im Mai dieses Jahres hatte Erzbischof Léonard altersbedingt seinen Rücktritt eingereicht. Léonard ist 75 Jahre, ein Alter, in dem Bischöfe und Erzbischöfe nach kirchlichem Recht in den Ruhestand gehen können.

Viele Beobachter hatten den Antwerpener Bischof Johan Bonny als Favoriten für das Amt genannt. Sein recht progressives Image würde bei Papst Franciscus gut ankommen, hieß es. Der Brügger Bischof Jozef De Kesel galt als mögliche Alternative.

Geert De Kerpel, Chefredakteur der katholischen Wochenzeitung Tertio, umschrieb De Kesel als einen sehr höflichen und zurückhaltenden Mann, der umsichtig sei und keine scharfen Äußerungen mache. Er habe eine klare Vorstellung über die Zukunft der Kirche, so De Kerpel.

Vertrauter von Danneels

Der 68-jährige Jozef De Kesel gilt als ein Vertrauter von Godfried Danneels, der Vorgänger von André Léonard (Foto) als Erzbischof.

So war De Kesel jahrelang Ortsbischof von Mechelen-Brüssel. Vor einigen Jahren wurde er schon einmal als möglicher neuer Erzbischof erwähnt, aber 2010 hatte der damalige Papst Benedikt XVI den konservativen Bischof Léonard ernannt.

Kaum einen Monat später wurde De Kesel zum Bischof von Brügge ernannt. Dort hatte Roger Vangheluwe wegen eines Pädophilieskandals gehen müssen. Als Vangheluwe zugeben musste, dass er jahrelang ein minderjähriges Familienmitglied missbraucht hatte, konnte er nicht länger auf dem Posten gehalten werden.

Nach dem Schock über seinen Vorgänger, sollte De Kesel das Bistum Brügge wieder in ruhigere Bahnen führen. Dabei beging er auch Fehler. Er ernannte beispielsweise einen pädophilen Mann zum Pfarrer von Middelkerke. "Eine Fehleinschätzung", hieß es hinterher.