Vendôme und Le Stockel zeigen "Black" aus Angst vor Unruhen nicht

Die Kinos Vendôme (inmitten des Matongé-Viertels in Brüssel) und Le Stockel werden "Black", den neuesten Film von Adil El Arbi und Bilall Fallah, vorerst nicht zeigen. Die Kinobetreiber befürchten, dass die Bandengewalt in dem Film die Besucher zu Unruhen anstiften könnte. Kinepolis wird einen extra Einführungsfilm vorab zeigen, in dem betont wird, dass es sich nur um einen Film handelt.

Black ist ein belgischer Film aus dem Jahr 2015 und kommt am Mittwoch in die Kinosäle, wird aber aus Angst vor Unruhen nicht überall zu sehen sein.

Der Film handelt von einer Liebe zwischen zwei Mitgliedern rivalisierender Banden à la Westside Story. Allerdings handelt es sich bei den Banden um eine afrikanische aus dem Brüsseler Matongé-Viertel und eine marokkanische aus dem Stadtteil Molenbeek. Der Film enthält zahlreiche gewalttätige Szenen.

Der Film hatte am 11. September auf dem Internationalen Filmfestival von Toronto Première. In Belgien hatte der Film beim Film Fest Gent 2015 Première.

Laut dem Produzenten Frank Van Passel würden die Kinos die Intelligenz des Publikums unterschätzen. "Adil und Bilall erzählen diese schmerzliche Geschichte leidenschaftlich und überrumpelnd und suggerieren nirgends, dass die Geschichte ein objektives Bild reflektieren soll", so Van Passel in der Zeitung De Morgen. "Dass der Film solch heftige Reaktionen hervorruft, zeigt, wie treffsicher sie vorgegangen sind."

"Es war nie die Absicht, Walt Disney zu folgen", sagt Adil El Arbi. "Ich denke, dass all die Jugendlichen, die es in eine Straßenbande verschlagen hat, die Mädchen, die Opfer von Gruppenvergewaltigungen wurden und all die Eltern, die ihre Kinder verloren haben, es auch verdienen, dass ihre Geschichte erzählt wird."

Die Regisseure haben nach eigenen Aussagen vollstes Vertrauen in das Publikum, aber um auf die Angst einzugehen, haben sie einen Vorfilm aufgezeichnet. Dieser wird im Kinepolis vor dem eigentlichen Film gezeigt.