14-Jährige mit Plastikgeschoss verletzt

Während eines Einsatzes in einem Jugendheim hat das ‚Schnelle Eingreifteam‘ der Antwerpener Polizei ein 14-jähriges Mädchen mit einem Plastikgeschoss verletzt. Die Jugendliche erlitt einen Bluterguss. Das flämische Jugendamt und die Oppositionsparteien SP.A und Groen reagierten geschockt.

Das Mädchen verbleibt in einem Antwerpener Jugendheim. Während eines hysterischen Anfalls drohte sie damit, sich selbst und andere mit einer Glasscherbe zu verletzen.

Weil es ihren Betreuern und der Polizei nicht gelang, sie zu beruhigen, griff das ‚Schnelle Eingreifteam‘, ein erst im September gegründetes Sonderkommando der Antwerpener Polizei ein. Sie beschossen die Jugendliche mit einem Plastikgeschoss und trafen sie am Bauch.

„Natürlich ist das ein bedauerlicher Vorfall“, so Polizeisprecher Sven Lommaert. „Energisches Eingreifen war in dieser Situation aber notwendig, um schlimmeres zu verhindern. Der Einsatz war schwierig, aber wir sind überlegt und korrekt aufgetreten.“

„Auf Kinder schießen nicht akzeptabel“

Laut Polizeiangaben erlitt das Mädchen nur einen Bluterguss. Dennoch reagiert die Agentur Jugendfürsorge, das flämische Jugendamt „erschrocken“. „Unseren Informationen zufolge ist dies noch nie vorgefallen“, so Sprecher Peter Jan Bogaert. „Ich will nicht auf diesen konkreten Fall eingehen, aber wir stellen uns doch Fragen. Wir wollen prüfen, wie dies in Zukunft vermieden werden kann.“

Die betroffene Jugendliche wurde inzwischen in einem anderen Heim untergebracht, wo sie auch psychiatrisch betreut werden kann.

„Auf Kinder schießen und dies schönreden ist absolut inakzeptabel“, reagierte John Grombez, der Parteivorsitzende der flämischen Sozialdemokraten SP.A. Er fordert, dass dieser Zwischenfall Konsequenzen für die Antwerpener Polizei und den zuständigen flämischen Sozialminister Vandeurzen hat.

Auch Wouter Van Besien, der grüne Fraktionsvorsitzende im Antwerpener Stadtrat, fordert das Eingreifen von Bürgermeister Bart De Wever. „De Wever muss klarstellen, dass das ‚Schnelle Einsatzteam‘, das eigentlich zur Terrorismusbekämpfung gegründet worden war, nicht jeden Bürger für einen Terroristen hält.“