Belgiens Fußballverband prüft WM-Vergabe 2018

Der Königliche Belgische Fußballverband (KBVB) hat gemeinsam mit dem niederländischen Verband KNVB beschlossen, die Vergabe der Fußball-WM 2018 an Russland (Foto) juristisch prüfen zu lassen. Belgien und die Niederlande waren ebenfalls Kandidaten für diese Weltmeisterschaft. Falls Korruption bei der Vergabe an die Russen im Spiel war, wollen die beiden Verbände Klage einreichen.

In einem Gespräch mit der russischen Nachrichtenagentur Tass hat der suspendierte FIFA-Vorsitzende Sepp Blatter durchscheinen lassen, dass die Vergabe der WM 2018 an Russland schon vor der entsprechenden Abstimmung der FIFA-Exekutive im Geheimen abgesprochen wurde.

Dieses Interview brachte die Fußballverbände Belgiens und der Niederlande jetzt auf den Plan. Der KBVB und der KNVB haben ein Anwaltsbüro eingeschaltet, um den Vorgang juristisch zu prüfen. Beide Länder hatten sich gemeinsam, wie bei der Europameisterschaft im Jahr 2000, für die Weltmeisterschaft 2018 beworben. Doch sie gingen leer aus, weil Russland den Zuschlag erhielt.

Der Vorgang schlägt hohe Wellen, auch auf politischer Ebene. In den Niederlanden und in England fordern Politiker aller Couleur von der FIFA die Erstattung der Unkosten, die die Kandidatur für diese WM gekostet haben und jetzt lassen Belgien und die Niederlande den Vorgang auf juristischer Ebene prüfen.

François De Keersmaecker (kl. Foto), der Vorsitzende des belgischen Fußballverbandes, sagte dazu: „In Absprache mit den niederländischen Kollegen hat der KBVB beschlossen, durch ein Anwaltsbüro untersuchen zu lassen, ob es eine Möglichkeit zu einer Schadensersatzklage gibt.“ Belgien und die Niederlande haben für ihre Kandidatur gemeinsam rund 10 Mio. € ausgegeben. Der englische Fußballverband FA hatte sich seine Kandidatur seinerzeit 29,1 Mio. € kosten lassen.