Unruhen im Kinepolis wegen Black-Film

Im Kino Kinepolis in Brüssel sind die Vorstellungen von "Black" am gestrigen Mittwochabend vorübergehend aus dem Programm genommen worden, nachdem mehrere Jugendliche Unruhen anzettelten. Black ist der neue Film von Adil El Arbi und Bilall Fallah (kleines Foto im Text) über Jugendbanden in Brüssel. In Kinos an anderen Orten in Brüssel und Flandern ist der Film gezeigt worden. Dort gab es keine Probleme.

Der Film kam am gestrigen Mittwoch erstmals hierzulande in die Kinos. Zwei Filmsäle mussten zur Vorstellung um 17 Uhr evakuiert werden, weil der Tumult zu groß wurde.

Anneleen Van Troos, die Sprecherin von Kinepolis, betonte an diesem Donnerstagmorgen in der VRT hierzu: "Der Film ist ab 16 Jahre. Jede Menge Jugendliche unter 16 Jahren waren gekommen, um sich den Film anzusehen. Einige von ihnen haben dann in der Nähe des Komplexes herumgehangen, andere hatten auch eine Eintrittskarte für einen anderen Film gekauft."

Als der Film begann, kam es zu Krawallen. "Einige Einzelpersonen haben begonnen, mit Gegenständen zu werfen und auch gerufen. Das Publikum im Saal fühlte sich nicht mehr sicher und deshalb haben wir entschieden, den Saal zu evakuieren", so die Sprecherin.

Beide bedtroffenen Säle wurden von der Polizei evakuiert. Die Unruhen gingen vor dem Kino weiter und die jungen Leute zielten mit Projektilen auf die Beamte.

Laut Polizeiangaben habe es jedoch keine Verletzten gegeben. Das Kino hat daraufhin entschieden, auch die Vorstellung von 19H45 zu streichen. Am Abend war die Polizei noch stets anwesend.

Man wolle die Situation am heutigen Freitag analysieren und entscheiden, welche zusätzlichen Maßnahmen man eventuell nehmen müsse, betonte Anneleen van Troos noch gegenüber der Presseagentur Belga.

"Tumult hatte nichts mit Inhalt des Films zu tun"

"Auf der Grundlage von dem, was ich höre, hatte der Tumult nichts mit dem Inhalt des Films zu tun und darüber bin ich froh", sagte El Arbi in einer Reaktion gegenüber der VRT. "Die Vorführung von 17 Uhr hatte jedenfalls gerade erst begonnen, als es Probleme gab."

Der Regisseur sieht zwei Ursachen für die Unruhen am Mittwoch: Der große Zulauf und die Tatsache, dass der Film für junge Leute unter 16 Jahren verboten ist. "Super viele Menschen wollten den Film sehen und es gab nicht genug Eintrittskarten. Unter ihnen befanden sich verschiedene Jugendliche von 14 und 15 Jahren, die die Vorstellung sehen wollten, aber nicht durften. Das hat Frustrationen geschürt. Einige von ihnen hatten eine Karte für einen anderen Film gekauft und versucht, dann doch noch in den Saal zu kommen, in dem "Black" gezeigt wurde."

"Im UGC auf dem De Brouckère-Platz hat es keine Probleme gegeben", betonte El Arbi. "Auch in Flandern sind alle Vorführungen ohne Zwischenfälle verlaufen. Ich habe gehört, dass die Säle überall ausverkauft waren und dass viele Menschen am Ende der Vorstellung applaudiert haben."

Black

Black ist ein belgischer Film aus dem Jahr 2015.

Der Film handelt von einer Liebe zwischen zwei Mitgliedern rivalisierender Banden à la Westside Story. Allerdings handelt es sich bei den Banden um eine afrikanische aus dem Brüsseler Matongé-Viertel und eine marokkanische aus dem Stadtteil Molenbeek. Der Film enthält zahlreiche gewalttätige Szenen.

Black hatte am 11. September auf dem Internationalen Filmfestival von Toronto Première. In Belgien hatte der Film beim Film-Fest Gent 2015 Première.