Bald LKW-Maut in Belgien

Seit Wochen werden entlang der belgischen Autobahnen Brücken mit Kameras und Lesegeräten installiert. Am 1. April 2016 schert Belgien aus der gemeinsamen Front der Länder aus, die von Lkw ab zwölf Tonnen nur mit einer Eurovignette befahren werden konnten.
© Stefaan Van Hul

Ab dann wird auf den Straßen des Landes eine elektronisch ermittelte Gebühr erhoben. Die Maut wird entfernungsabhängig berechnet und ersetzt somit das bisher bestehende Vignettensystem. Sie gilt auf den Autobahnen, aber auch auf sonstigen Hauptverkehrsstraßen und Ortsumgehungen. Und sie belastet Fahrzeuge von 3,5 t an. Bislang mussten lediglich Fahrzeuge ab 12 t die Eurovignette mitführen.

Auf die neuen Vorschriften haben sich die drei Regionen des Landes, Wallonien, Flandern und Brüssel, geeinigt. Es steht im Ermessen jeder der drei Gebietskörperschaften, weitere Straßen auf ihrem Gebiet in das Mautsystem einzubeziehen. Die vorgesehene Technik macht es möglich, die Einnahmen der Fahrleistung entsprechend separat an die drei Teilregionen zu überweisen.

Technik

Technisch konnte sich das deutsche LKW-Mauterhebungssystem - ein Konsortium aus der T-Systems-Tochter Sattelic, der österreichischen Strabag und dem belgischen Telekom- Konzern Proximus - gegen vier Konkurrenten durchsetzen. Die Technik muss am 1. Januar 2016 "stehen". Der Konstruktionsaufwand wird auf rund 300 Mio. EUR beziffert, die Kosten für einen zwölfjährigen Betrieb auf rund 700 Mio. EUR, so dass mit Gesamtkosten von rund 1Mrd.EUR zu rechnen ist.

Die gefahrene Strecke wird via GPS (Global Positioning System), der reale Mautbetrag unter Berücksichtigung von Fahrzeuggewicht und Schadstoffklasse ermittelt. Im Gespräch sind erwartete Einnahmen von rund 800 Mio. EUR pro Jahr. (Quelle: dvz.de)