Terror in Paris: Festnahmen in Brüssel

In Molenbeek, eine der 19 Brüsseler Gemeinden, wurden Samstagabend nach Razzien und Haussuchungen sieben Verdächtige verhaftet. Sie werden verdächtigt, etwas mit den Terroranschlägen in Paris zu tun zu haben. Wie Belgiens Justizminister Geens bestätigte, brachte ein Auto mit belgischem Nummernschild, das vor dem Pariser Konzertsaal Bataclan parkte, die Ermittler auf die Brüsseler Spur.

Die Brüsseler Staatsanwaltschaft erklärte, sie koordiniere die Ermittlungen gemeinsam mit der Pariser Staatsanwaltschaft.

Um wen es sich bei den sieben Festgenommen handelt, wurde noch nicht mitgeteilt. Dass es sich um insgesamt sieben Personen handelt, wurde von verschiedenen Quellen betätigt. Die Brüsseler Stadtgemeinde Molenbeek gilt als Hochburg des radikalen Islamismus in Belgien.

Identität, Nationalität und Alter der Verhafteten wurden noch nicht freigegeben. Auch wurde nicht bestätigt, dass einer der Verhafteten Freitagabend in Paris gewesen sein soll. Das hatte Belgiens Regierungschef Charles Michel zuvor erklärt.

Belgischer Mietwagen

Jusitzminister Geens sagte in einem Interview mit der VRT, die Razzien in Molenbeek hätten einen direkten Bezug zu den Terroranschlägen in Paris. Dort war eine grauer VW Polo mit belgischen Kennzeichen entdeckt worden, der vor dem Konzertsaal Bataclan parkte, wo der mörderischste Anschlag verübt wurde.

Laut Geens handelte es sich um einen Mietwagen. Der Bruder des Wagenmieters soll ein in Belgien wohnender ehemaliger Syrienkämpfer sein, wie die VRT-Redaktion erfuhr. Es soll auch ein zweiter Wagen mit belgischem Nummernschild in der Nähe einer Kneipe gesehen worden sein, auf die ebenfalls ein Anschlag verübt wurde. Dieser PKW, ein schwarzer Seat, wurde nach den Anschlägen am Pariser Friedhof Père-Lachaise, entdeckt. „Es ist nicht auszuschließen, dass es bei den Anschlägen logistische Unterstützung aus Belgien gab“, so Justizminister Geens.

Während eine Pressekonferenz in Paris sagte der französische Staatsanwalt François Molins, der Mieter des grauen Polo, ein Franzose, sei am Samstagmorgen mit zwei Belgiern in einem anderen Fahrzeug an der französisch-belgischen Grenz gesehen worden. Die französische Polizei ließ die Drei weiterfahren, aber kurze Zeit später entdeckten die Ermittler die Brüsseler Spur, was zu den Razzien und Festnahmen in Molenbeek führte.