Belgien bereit für internationalen Einsatz gegen IS

Belgien stehe zur Verfügung, um am Einsatz gegen den IS teilzunehmen, falls international darum gebeten werde. Das sagte der belgische Verteidigungsminister Steven Vandeput am Montagmorgen in der VRT.
Nicolas Lambert

Der französische Präsident François Hollande hatte bereits von einem Krieg gegen den Terrorismus gesprochen. In der Nacht zum Montag hat Frankreich nach der Terrorserie von Paris zum Gegenschlag ausgeholt.

Französische Kampfflugzeuge haben mit Unterstützung der Amerikaner Stellungen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in der syrischen Stadt Ar-Raqqa massiv bombardiert. Dort befindet sich die IS-Hochburg. Die französische Luftwaffe zerstörte  unter anderen eine Kommandostelle mit Waffen-und Munitionslager sowie ein Ausbildungslager. Wir dürfen uns nicht einfach so angreifen lassen, sagte Außenminister Laurent Fabius hinterher.

Frankreichs Luftwaffe fliegt schon seit September letzten Jahres als Teil einer US-geführten Koalition Angriffe gegen IS-Stellungen im Irak. Seit September dieses Jahres ist Frankreich auch schon mehrere Einsätze gegen IS-Stellungen in Syrien geflogen.

Nach den Massakern von Paris mit 129 Todesopfern und über 350 Verletzten sowie Hinweisen darauf, dass die Aschläge unter anderem auch von Belgien aus organisiert worden seien, hat nun der belgische Verteidigungsminister Steven Vandeput (N-VA) Belgiens Bereitschaft zur Teilnahme am Einsatz gegen den IS bekundet, falls dies international erwünscht werde.

Vandeput: "Uns ist es Ernst"

"Ich bin überzeugt, dass der IS nicht einfach ein Staat ist, sondern eigentlich eine Gruppe von Terroristen, mit denen man nicht reden kann. Man muss sie in erster Linie militärisch in die Knie zwingen, um dann zur Stabilisierung der Region überzugehen", so Vandeput an diesem Montag in der VRT.

Belgien war von Anfang an an der internationalen Koalition gegen den IS beteiligt und werde auch weiterhin daran teilnehmen, so der Minister. "Wir haben mit unseren F16 beigetragen. Wir bilden Sicherheitstruppen in Bagdad aus. Und wir werden mit unseren F16 zurückkommen. Wir werden auch der Charles de Gaulle beistehen und unseren Partnern zeigen, dass es auch uns Ernst ist."

Die Charles De Gaulle ist der französische Flugzeugträger, der in einigen Tagen in den persischen Golf aufbrechen soll. Die belgische Fregatte Leopold I ist eines der Schiffe, das den Flugzeugträger eskortieren soll. Das ist bereits bekannt gewesen. Ob Belgien sein Engagementen auch verstärken wird, ist jedoch noch unklar.

Vandeput will "untersuchen, welche Antwort wir effektiv anbieten können, wenn Anfragen kommen".

Der Minister fordert in diesem Zusammenhang ein weitreichenderes UN-Mandat zur Intervention in Syrien und im Irak. "Das ist absolut nötig." Außerdem sei auch die diplomatische Schiene äußerst wichtig, so Vandeput noch.

Belgien nimmt derzeit nicht an den Bombardements teil

Zwischen Oktober 2014 und Juni 2015 flogen belgische F16 Einsätze über dem Irak (nicht in Syrien). Derzeit nehmen keine belgischen Kampfflugzeuge an den Luftangriffen gegen den IS in Syrien und im Irak teil. Es gibt jedoch Pläne, erneut mit F16 zu intervenieren. Das soll dann im Turnus mit den Niederlanden erfolgen.

Belgien hat jedoch Soldaten in Bagdad, um dort irakische Kollegen auszubilden.