Molenbeek-Einsatz beendet: Keine weiteren Festnahmen!

Die Polzeieinsätze in Sint-Jans-Molenbeek sind beendet. Am Montagmorgen wurden dort in Zusammenhang mit den Anschlägen in Paris Polizeirazzien durchgeführt. Gleichzeitig wurde untersucht, ob es zwischen den Massakern von Paris und dem vereitelten Anschlag in Verviers Anfang des Jahres eine Verbindung gibt. Der Staatsanwaltschaft zufolge habe es keine weiteren Festnahmen gegeben.
James Arthur Photography

Die Bürgermeisterin von Sint-Jans-Molenbeek bestätigt, dass der Polizei-Einsatz inzwischen beendet sei. Die Polizei war seit dem Montagmorgen in der Delaunoystraat im Brüsseler Staadtteil Sint-Jans-Molenbeek zugange. Der Einsatz erfolgte vor dem Hintergrund der Suche nach Salah Abdeslam, der Bruder von einem der Terroristen, die sich am Freitag in Paris in die Luft sprengten.

Molenbeek sah zeitweise aus wie ein belagertes Viertel, stellte die VRT-Radiojournalistin Liesbeth Indeherberge fest. "Hier stehen viele Kombiwagen", sagte sie. "Ich sehe unglaublich viele vermummte Polizisten. Auch auf den Dächern liegen Beamte."

Der Einsatz schien sich vor allem auf das Gebäude mit der Hausnummer 47 zu konzentrieren. Die Einwohner des Hauses wurden über ein Megafon aufgerufen, nach draußen zu kommen und die Vorhänge zu öffnen. Die Nachbarn wurden gebeten, drinnen zu bleiben. "Nach den Ereignissen in Paris entscheidet sich die Polizei eindeutig eher für die Verhandlungsstrategie anstelle eines Eindringens."

Noch ist unklar, was genau passiert ist, aber die Staatsanwaltschaft hat inzwischen bestätigt, dass es keine weiteren Festnahmen gegeben habe. Die Straße bleibt weiter abgesperrt.

Kurz vor 13 Uhr war in dem Viertel allerdings eine Explosion zu hören, meldet eine andere VRT-Kollegin. Auch kurz nach 13 Uhr sei ein Schuss oder eine Detonation zu hören gewesen. Es ist aber noch nicht deutlich, was diese Explosionen zu bedeuten haben.

Drei Beamte der Sondereinheit wurden gesehen, wie sie über das Dach in das Gebäude eindrangen.

Das Mekka des Dschihadismus

Da es offenbar Verbindungen von Terroristen der Anschläge in Paris zu Molenbeek gibt, wird die Brüsseler Gemeinde in vielen Medien als das Mekka des Dschihadismus bezeichnet. Dem ehemaligen sozialistischen Bürgermeister von Molenbeek, Philippe Moureaux, wird vorgeworfen, das Problem unterschätzt zu haben.

Zwei Verdächtige bleiben in Haft

An diesem Wochenende wurden in Belgien sieben Verdächtige in Zusammenhang mit den Anschlägen von Paris festgenommen. Von den sieben sind inzwischen fünf wieder freigelassen worden. Einer unter ihnen ist Mohamed Abdeslam, der Bruder von einem der Selbstmordattentäter und von Salah Abdeslam, der noch von der Polizei gesucht wird. Bei den beiden anderen Verdächtigen hat der Brüsseler Untersuchungsrichter weitere Haft angeordnet.

Auch im Brüsseler Viertel Sint-Joost-ten-Node hatte die Polizei am Montagmorgen einen Einsatz. Dort untersuchten die Beamte ein verdächtiges Fahrzeug mit französischem Nummernschild. Der Minenräumdienst DOVO war ebenfalls vor Ort. Es wurde jedoch kein Sprengstoff in dem Auto gefunden.