Molenbeek: In Belgien laufen Fäden zusammen

Immer mehr Spuren weisen daraufhin, dass die Anschläge in Paris auch von Belgien aus, genauer gesagt von der Brüsseler Gemeinde Sint-Jans-Molenbeek aus, organisiert wurden. Dort sind in den vergangenen Tagen mehrere Hausdurchsuchungen durchgeführt worden. Insgesamt wurden sieben Menschen festgenommen.

Außerdem ist bekannt, dass drei Brüder aus Molenbeek in die Anschläge verwickelt sind.

°Zu ihnen gehört der Selbstmord-Attentäter Brahim Abdelsam, der sich am Freitagabend in einem Kaffee am Bouelevard Voltaire in die Luft sprengte. Er hatte auch eines der drei Autos mit belgischem Nummernschild gemietet, mit denen sich die Täter fortbewegten.

°Der zweite Bruder aus Molenbeek ist Salah Abdelsam. Auch er mietete eines der besagten Autos. Am Samstagmorgen wurde er in diesem Auto an der belgisch-französischen Grenze im Zuge einer Kontrolle angehalten. Zu diesem Zeitpunkt wusste die französische Polizei jedoch noch nicht, dass der Mann in die Attentate verwickelt ist. Eine Stunde später wurde dies den Franzosen klar und sie benachrichtigten direkt die Polizei in Belgien. Man fing das Auto in Molenbeek ab, allerdings saß Salah nicht mehr darin, sondern zwei andere Personen. Diese wurden festgenommen.

°Nach Hausdurchsuchungen in dem Brüsseler Stadtteil Molenbeek wurde auch noch der dritte Bruder Abdelsam und vier weitere Personen festgenommen.

Insgesamt sind also 7 Menschen aus Molenbeek vorläufig verhaftet.

Es wird angenommen, dass es eine Verbindung zu den vereitelten Anschlägen im ostbelgischen Verviers Anfang des Jahres gab. Die Verbindung zur Zelle in Verviers ist offenbar Abdelhamid Abaaoud. Er wuchs in Molenbeek auf und behauptete, dass er der Kopf der Gruppe in Verviers war. Es hat sich nun auch herausgestellt, dass er eine kriminelle Vergangenheit mit einem der drei Brüder Abdelsam hat.

Ob er auch an den Attentaten in Paris beteiligt war, wird derzeit untersucht. Das bestätigte der belgische Nachrichtendienst.

Unterdessen betonte der französische Premier Manuel Valls dass man sich auf alles vorbereite, auch auf mögliche weitere Anschläge in den nächsten Tagen und nicht nur in Fankreich, sondern auch an anderen Orten Europas.

Weiter betonte Valls, dass die blutigen Anschläge vom Freitag in Paris vollständig in Syrien organisiert und geplant worden seien. Das sagte er dem französischen Sender RTL am Montagmorgen.