Belgien verurteilt wegen erniedrigender Behandlung von Bamouhammad

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg hat Belgien wegen erniedrigender Behandlung von Farid Bamouhammad während seiner Haft verurteilt. Belgien muss 42.000 Euro an Schadensersatz an den Ex-Häftling Bamouhammad bezahlen.

Farid Bamouhammad, auch bekannt als Farid Le Fou (dt.: Farid der Verrückte), hatte während seines Gefängnisurlaubs vor 10 Jahren seine Ex-Freundin und deren Mutter sowie seine kleine Tochter in Geiselhaft genommen.

Der Gerichtshof hat befunden, dass Bamouhammad während seines Gefängnisaufenthalts nicht gut behandelt worden sei. Er soll an einer Art Gefängnispsychose leiden. Außerdem wurde er über 60 Mal in ein anderes Gefängnis verlegt, was ihm viel Stress bereitete, begründete der Gerichtshof in Straßburg sein Urteil.

Er hatte den Ruf eines schwierigen Häftlings

Farid saß mehrere Male unter anderem einmal wegen Mordes und mehr als einmal wegen Geiselnahme im Gefängnis. 

Von Seiten einiger Gefängnisse hatte es geheißen, dass sein aggressives Verhalten des öfteren zu Problemen führen würde. So hatten sich die Gefängniswärter von Tournai geweigert, "Farid le Fou" weiter Essen zu bringen. Und einmal streikte zum Beispiel das Personal im Gefängnis von Löwen, um eine Verlegung des Mannes zu erzwingen.

Farid ist einer der wohl bekanntesten Häftlinge des Landes. Er hatte schon einmal von einem Gericht in Nivelles (Wallonisch-Brabant) eine Entschädigung in Höhe von 11.000 € zugesprochen bekommen, weil man ihn 2007 nach einem gewalttätigen Vorfall in einer Zelle im Gefängnis von Ittre 11 Tage lang in Handschellen und Fußfesseln in Einzelhaft genommen hatte. Allerdings wurde „Farid le Fou“ im gleichen Verfahren wegen Körperverletzung verurteilt, weil er im gleichen Zusammenhang Gefängniswärter geschlagen und verletzt hatte.

Nachdem Farid wiederholt freigelassen wurde und dann doch wieder ins Gefängnis gehen musste, wurde er im April 2015 aus gesundheitlichen Gründen unter strengen Auflagen endgültig wieder freigelassen.