Die Häfen von Antwerpen und Zeebrügge kooperieren

Die Hafenverwaltungen von Antwerpen und Zeebrügge haben im Rahmen einer hafenspezifischen Handelsmission des belgischen Bundeslandes Flandern in Chile ein als „historisch“ bezeichnetes Kooperations-Abkommen geschlossen. Beide Häfen wollen in Zukunft kommerziell im Bereich der Container-Beförderung zusammenarbeiten.

Die beiden CEO‘s der Häfen, Eddy Bruyninckx aus Antwerpen und Joachim Coens aus Zeebrügge, gaben an, dass sie damit einer Entwicklung der Märkte entsprechen. Im Bereich des Container-Transport wollen beide Häfen den Markt beobachten, um herauszufinden, „was global und was individuell“ von Vorteil sein kann.

Für die beiden Hafenverwaltungen ist das Abkommen in Sachen Container-Beförderung eine Win-Win-Situation. Zeebrügge, wo der Container-Umschlag derzeit etwas rückläufig ist, hat enorme Erfahrung in diesem Bereich und Antwerpen, wo dieser Bereich weiter Zuwachsraten verzeichnet, kann auf den Standort Zeebrügge zurückgreifen.

Beide Beteiligten CEO’s relativieren aber auch und geben an, dass der Transport und der Umschlag von Containern nicht zwischen beiden Häfen (um)verteilt werde. Zudem, so Joachim Coens, seien in einem Hafen viele Mitspieler am Ganzen beteiligt, z.B. die Reedereien, die Logistikfirmen oder auch die Betreiber von Umschlagsanlagen (auch und gerade für Containerschiffe).

Fehlende Mittel?

Wichtig für die Effizienz dieser Kooperation ist aber auch, dass darin investiert wird. Zeebrügge braucht dringend eine bessere Anbindung an das Hinterland und zwar sowohl auf der Schiene, als auch im Bereich der Binnenschifffahrt.

Der Antwerpener Hafen will jetzt aber ein weiteres Dock bauen und zwar das so genannte „Saeftinghedok“ im Waasland im Umland der Scheldemetropole. Dafür muss das Polderdorf Doel definitiv weichen.

Doch Beobachter befürchten, dass der Bau dieses Docks enorme Summen an Geldern aus der öffentlichen Hand verschlingen werde und dass dieses Geld dem Ausbau der Hinterland-Anbindung des Partners in Zeebrügge fehlen werde.