Haussuchungen: Neun Festnahmen in Brüssel

In verschiedenen Stadtvierteln in Brüssel sind am Donnerstagmorgen mehrere Hausdurchsuchungen durchgeführt worden. Die Polizei durchsuchte Wohnungen von Personen aus dem Umfeld eines aus Belgien stammenden IS-Terroristen, der sich am Freitagabend in Paris mit einem Sprengstoffgürtel selbst in die Luft gesprengt hatte.

Die Brüsseler Polizei führte am Donnerstagmorgen Hausdurchsuchungen in den Ortsteilen Jette, Molenbeek und Laken durch. Dabei ging es um Wohnungen aus dem Umfeld von Bilal Hadfi aus Neder-over-Heembeek (Region Brüssel-Hauptstadt), der am Freitagabend in Paris vor dem Stade de France einen Selbstmordanschlag verübt hatte. Konkret geht es dabei offenbar um Ermittlungen im Zusammenhang mit dem Verschwinden Bilal Hadfis in Richtung Syrien Anfang des Jahres.

„Die Haussuchungen waren bereits seit einiger Zeit geplant und haben mit der Fahndung nach dem flüchtigen Terroristen Salah Abdesslam nicht direkt zu tun. Wir machen aber von der Gelegenheit gebrauch, um hier sprichwörtlich einige Türen schließen zu können.“, so Eric Van Der Sypt, der Sprecher der Bundesstaatsanwaltschaft, gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion.

Bei der Polizeiaktion in Laken handelte es sich aber deutlich um eine Haussuchung im direkten Zusammenhang mit den Anschlägen von Paris. Hier wurde eine Person in Gewahrsam genommen, bei der die Staatsanwaltschaft prüfen will, ob sie eher als ein Zeuge oder doch als ein Mittäter angesehen werden muss.

Insgesamt wurden dabei neun Personen festgenommen. Sieben von ihnen kommen aus dem direkten Freundeskreis oder der Familie von Bilal Hadfi. In Jette wurde eine Person festgenommen, deren mögliche Verwicklung in die Anschläge von Paris noch untersucht werden muss.