Innenminister Jambon: "Viele Gerüchte!"

Belgiens Innenminister Jan Jambon (N-VA - Foto) reagierte am Freitagmorgen, genau eine Woche nach den Anschlägen von Paris, auf die aktuelle Situation. Zu den Polizeieinsätzen nach Berichten, nach denen ein gesuchter Terrorist mehrmals in Brüssel gesehen worden sei, sagte er: „Es gibt vor allem viele Gerüchte.“ Auch zum Thema Molenbeek bezog der Minister Stellung.

Am Donnerstagabend war der Nationale Sicherheitsrat in Brüssel zusammengekommen. Innenminister Jambon sagte am Freitagmorgen gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion dazu, dass dies ab und zu nötig sei: „Wir hatten auf belgischem Boden gestern wieder einige Haussuchungen. Dann ist es gut, wenn man danach den Stadt der Dinge macht.“

Aufgrund einer Risikoanalyse des OCAD (das staatliche Organ für die Koordination und die Analyse von Drohszenarien) wurde beschlossen, den Einsatz der belgischen Armee an sensiblen Orten in der Hauptstadt Brüssel auszuweiten: „In Brüssel gibt es viele ‚Events‘. Ich meine damit, dass hier viele Orte sind, an denen viele Leute konzentriert sind.“

Auf die Frage der VRT-Journalisten, ob die am Donnerstagabend beschlossenen Sondermaßnahmen für die Hauptstadt eine Folge der Alarmsituationen nach dem vermeintlichen Auftauchen des gesuchten Terroristen Salah Abdeslam am Tage waren, über die einige hiesige Medien voreilig berichtet hatten, entgegnete der Minister:

„Es gibt vor allem viele Gerüchte und es ist schwierig, solche Gerüchte zu managen. Der Mann konnte noch nicht gefasst werden, doch weiter kann ich nicht viele Details oder Informationen weitergeben. Wir haben nur ein Ziel: Die Ermittlungen müssen gelingen. Lasst uns dem alle Möglichkeiten bieten.“

"Alles umfassender Plan für Molenbeek"

Zur geplanten Herangehensweise an das so genannte „Problemviertel“ Molenbeek in Brüssel sagte Innenminister Jambon, dass man dies auf allen möglichen Ebenen angehen müsse: „Wir haben dazu mit dem Polizeichef und mit der Bürgermeisterin von Sint-Jans-Molenbeek Gespräche geführt und auch mit dem Ministerpräsidenten der Region Brüssel-Hauptstadt.“

Bürgermeisterin Françoise Schepmans (MR - kl. Foto) habe ihm gesagt, dass sie nicht wisse, wer in ihrem Stadtteil wohnt: „Das ist der erste Auftrag für die Gemeinde: Das Bevölkerungsregister anpassen.“ Molenbeek brauche einen alles umfassenden Plan und müsse innerhalb der kommenden fünf Jahre anders aussehen: „Aber, ich wiederhole noch einmal: Das muss in Absprache mit allen Ebenen stattfinden. Wir werden die Bürgermeisterin nicht beiseiteschieben.“