Terrorangst: Erhöhte Wachsamkeit in Brüssel

Der Nationale Sicherheitsrat und das Krisenzentrum der belgischen Bundesregierung haben am Donnerstagabend beschlossen, in der Hauptstadt Brüssel mehr Polizei und mehr Militär zum Einsatz kommen zu lassen. Diese als präventiv beschriebene Maßnahme erfolgte aufgrund einer Risikoanalyse für die Stadt. In Antwerpen wurden am Freitagmorgen drei Schulen evakuiert.

Zu nächtlicher Stunde sollen die Polizeistreifen deutlich länger durch die Stadt patrouillieren, als bisher und auch die Zahl der Soldaten, die nachts in Brüssel unterwegs sein sollen, wurde erhöht. Die Maßnahme tritt ab sofort in Kraft.

Die zusätzliche Mannstärke soll der Polizei möglich machen, schneller und umfassender einschreiten zu können, falls dies notwendig werden sollte. Peter Mertens, der Sprecher des Krisenzentrums des belgischen Innenministeriums, sagte, dass die Terrorwarnstufe weiter auf Niveau 3 bleibe: „Die Terrorwarnstufe wird nicht erhöht, auch nicht an individuellen Orten.“

Alarm in der Hauptstadt

In der Nacht zum Freitag wollen Zeugen den flüchtigen Terrorverdächtigen und mutmaßlichen Paris-Attentäter Salah Abdeslam mindestens zweimal gesehen haben und schlugen jeweils Alarm. Schnelle Eingreiftruppen und schwerbewaffnete Polizeieinheiten rückten aus, mussten jedoch unverrichteter Dinge wieder abziehen.

Aus Sicherheitserwägungen waren am Donnerstagabend in den Brüsseler Universitäten VUB und ULB mehrere Studentenfeiern abgesagt worden, auch wenn keine akute Drohung vorlag. Am Freitag wurde bekannt, dass die traditionelle Studentenfeier Saint-Vé, die nach der Absage ihres traditionellen Umzugs am Großen Markt in Brüssel statffinden sollte, ebenfalls abgesagt wurde.

Schulen in Antwerpen evakuiert

Am Freitagmorgen wurden in Antwerpen und Hoboken nach Bombendrohungen gleich drei Schulen geräumt. Dabei handelte es sich um das Städtische Lyzeum Olympiade und um das Sankt-Norbertus-Indtitut an der Amerikalei und um Don Bosco in Hoboken. Die Schulen erhielten gegen 8 Uhr am Morgen entsprechende Drohungen. Alleine in Hoboken wurden rund 1.850 Personen - Schüler, Lehrkräfte und Verwaltungspersonal - evakuiert.

Die Polizei durchsuchte die Schulen nach Sprengstoff und informierte die Schüler und viele rasch herbeigeeilte Eltern über Lautsprecher. Gefunden wurde nichts, doch der Unterricht wurde nicht wiederr aufgenommen. Inzwischen häufen sich falsche Bombendrohungen im ganzen Land. Schulen und Unternehmen müssen hin und wieder geräumt werden.