Brüssel bleibt weiter eine belagerte Stadt

In Brüssel bleibt die Terrorwarnstufe 4, die höchste Warnstufe einer vierstufigen Skala, auch am Montag weiter akut. Das bedeutet, dass das öffentliche Leben in der belgischen und europäischen Hauptstadt auch an diesem ersten Arbeitstag der Woche weiter lahmgelegt bleibt.

Dieser Umstand ist ein großes Problem, denn werktäglich strömen rund 200.000 Arbeitnehmer aus dem Rest des Landes in die Hauptstadt. Doch diese stießen, wie am Sonntag vorgewarnt, auf eine geschlossene Metro und auch einige durch den Brüsseler Untergrund fahrende Straßenbahnlinien wurden aus dem Fahrplan der regionalen Brüsseler Nahverkehrsgesellschaft MIVB/STIB genommen. Ersatzbusse und improvisierte und zusammengelegte Tramlinien boten Alternativen.

Die flämische Nahverkehrsgesellschaft De Lijn hatte angekündigt, dass alle Brüssel bedienenden Buslinien aus dem Umland fahren würden, doch es kam zu Ausfällen, weil sich einige Busfahrer offenbar weigerten, in Brüssel zu fahren… Viele Arbeitnehmer zogen es vor, tatsächlich nicht nach Brüssel zu kommen, was deren Arbeitgeber und Unternehmen auch zuließen. So blieb ein Verkehrschaos in und um die belgische Hauptstadt weitgehend aus. Nur der Wintereinbruch in einigen Landesteilen sorgte für Probleme durch Unfälle und glatte Straßen.

Neben Schulen, Einkaufszentren und verschiedenen Behörden, Ämtern und Bankenzentralen bleiben auch das Gaststättengewerbe und die Unterhaltungsindustrie (Konzertsäle, Kinos usw…) in dieser Sache die Gebeutelten, denn so gut wie alle Veranstaltungen wurden abgesagt oder bis auf weiteres auf neue Termine verlegt. Die Justiz verzichtet an diesem Montag weitgehend auf Prozesse.

Drama für die Flüchtlinge

Besonders problematisch ist, dass das belgische Ausländeramt am Brüsseler Nordbahnhof an diesem Montag geschlossen bleibt. Das bedeutet für hunderte Flüchtlinge und Asylsucher, dass sie unverrichteter Dinge und ohne Hilfe in der Hauptstadt umherirren - und dies bei den gerade herrschenden winterlichen Umständen.

Hier wird gearbeitet

Bei den Einrichtungen der flämischen Landesbehörden in Brüssel wird an diesem Montag normal gearbeitet. Alle Beschäftigten wurden gebeten, zu ihrem Arbeitsplatz zu kommen, ungeachtet aller Umstände. In den EU-Institutionen verläuft die Arbeit im Wesentlichen auch normal, auch wenn es verkehrstechnisch hier zu erheblichen Problemen kam. In der Umgebung des Schumann- und des Luxemburgplatzes sind so gut wie alle Metro- und Bahnstationen geschlossen und viele mussten einen Teil ihres Pendlerweges zu Fuß zurücklegen.

An diesem Montag finden auch die geplanten EU-Ministerratssitzungen statt. Das ist zum einen das Treffen der europäischen Finanzminister und zum anderen eine Sitzung der EU-Minister für Bildung, Kultur und Sport.