Gent: Mit Casemanager gegen Radikalisierung

Gent stellt zwei zusätzliche Personen zur Vorbeugung von Radikalisierung ein und startet mit einem Aktionsplan. Das geht aus einer Antwort des Genter Bürgemeisters Daniël Termont (SP.A) auf eine Frage des Fraktionsführers der flämischen Christdemokraten (CD&V), Veli Yüksel, hervor.

Am Montagabend war bekannt geworden, dass in diesem Jahr vier Menschen, die in Gent gemeldet sind, drei Männer und eine Frau, in dschihadistisches Kampfgebiet aufgebrochen seien.

"Wir müssen auf alle Formen der Radikalisierung und des Extremismus achten, auch die muslimische Gemeinschaft ist fragende Partei", sagt Veli Yüksel. "Vier Genter brachen nach Syrien auf. Das sind vier zu viel. Die, die aufbrechen, das ist eine Sache, die, die sich radikalisieren und in in unserer Gelellschaft herumlaufen, müssen wir auch gut im Auge behalten."

Der städtische Dienst unternimmt gemeinsam mit der Polizei, der Staatsanwaltschaft, den Schulen, den Ausbildungszentren und Hilfseinrichtungen präventive und kurative Schritte.

"Radikalisierung ist ein Prozess", sagt Bürgermeister Termont in seiner Antwort. "Ziel ist es, zu verhindern, dass sich Menschen radikalisieren und Ziel ist auch, sich um Menschen zu kümmern, die Gefahr laufen, sich zu radikalisieren."

Gent werde zunächst die bestehenden Organisationen, die mit jungen Leuten arbeiten, stärken. Diese Organisationen müssten wissen, wo sie sich mit Fragen ihrerseits hinwenden und wie sie die Fachkenntnis in den eigenen Reihen erhöhen könnten.

Bei ersten Anzeichen von Radikalisierung wird ein so genannter "Casemanager" eingesetzt, der koordiniert und einen Plan, in dem die weiteren Schritte festgelegt sind, mit allen Partnern wie Schulen, Sozialämtern, Staatsanwaltschaft und Polizei anfertigt.

"Wir legen in diesem Zusammenhang viel Wert auf soziale Kohäsion, Entfaltung, Identitätsbildung und falls nötig religiöse Beratung", schreibt Bürgermeister Termont. "Indem wir in diesen Bereich investieren, wollen wir eine inklusive Gesellschaft erzielen, in der junge Leute ihren Platz finden und sich zu Hause fühlen."

Was den repressiven Bereich angeht, bringt die Polizei vor Ort die nationalen Pläne des Innen- und Justizministeriums zur Durchführung. Dieser Bereich wird also nicht von der Stadt ausgeführt, so Termont noch.