Brüssel: Neuer Bahntunnel geht später in Betrieb

Mitte Dezember sollte die belgische Bahngesellschaft NMBS/SNCB in Brüssel den Josaphat-Tunnel (Foto aus der Bauphase) in Betrieb nehmen. Doch daraus wird vorerst nichts, denn die erhöhte Terrorwarnstufe und die umfassende Bewachung der Hauptstadt machen dem Vorhaben der Bahn einen Strich durch die Rechnung.

Damit ein weiterer Schritt in Richtung eines vollwertigen S-Bahn-Netzes für die belgische Hauptstadt umgesetzt werden kann, wird der Nordosten Brüssels besser an das öffentliche Verkehrsnetz angebunden. Zudem soll der Josaphat-Tunnel das Europaviertel und den Brüsseler Nationalflughafen Brussels Airport in Zaventem direkt verbinden.

Die Eröffnung des bereits fertigen Tunnels war für den 13. Dezember geplant, doch dieser Termin wurde bis auf weiteres auf April 2016 verschoben.

Der Grund liegt auf der Hand: Da die Brüsseler Polizei und die Hilfsdienste (Feuerwehren, Ambulanzen) durch die Terrorwarnung in ständiger Alarmbereitschaft sein müssen, kann eine geplante Katastrophenübung nicht durchführt werden. Dies ist für die eigentliche Zulassung eines solchen Bauwerks allerdings zwingend vorwendig.

Thomas Baeken, der Sprecher des bahneigenen Infrastruktur-Dienstleisters Infrabel, erklärte die Situation am Mittwochmorgen gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion: „Durch die erhöhte Terrorwarnstufe muss die verpflichtete Katastrophenübung, die wir vor der Inbetriebnahme des neuen Bahntunnels Schumann-Josaphat verlegt werden. Und weil diese Übung verschoben werden muss, können wir auch die Homologierung für den Tunnel nicht angehen. Wir sind also dazu verpflichtet, die Eröffnung, die eigentlich für den 13. Dezember geplant war, auszusetzen.“