Brüssel: U-Haft für den dritten Terrorverdächtigen

Der dritte Verdächtige, der in Brüssel nach den Terroranschlägen von Paris verhaftet werden konnte, bleibt in Haft. Ein Brüsseler Gericht verlängerte jetzt die Untersuchungshaft für den Mann. Nach Ansicht der Bundesstaatsanwaltschaft hatte der Verdächtige den gesuchten Salah Abdeslam in den Tagen nach den Anschlägen aus Frankreich nach Brüssel gebracht und ihm dort als Fahrer gedient.

Der Verdächtige soll Abdeslam am 14. November und an den Tagen danach durch Brüssel gefahren haben. Indizien unterstreichen die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft, denn im Fahrzeug des Verdächtigen, ein kleiner Lieferwagen, wurden Waffen und Blutflecken gefunden. Die Blutflecken werden derzeit einer DNA-Untersuchung unterzogen.

Der Mann selbst bestreitet die Vorwürfe und dessen Anwalt gab an, dass die entdeckten Beweise und Indizien nicht für eine U-Haft oder für weitere Ermittlungen gegen seinen Mandanten ausreichen. So soll eine der gefundenen Waffen eine Schreckschusspistole sein und die andere Waffe „ist etwas anderes als das, was man bei einem Terroristen antreffen würde.“ Zudem sei der Blutfleck minimal und befinde sich auf dem Fahrersitz des Lieferwagens, während sich Abdeslam nach Stadt der Ermittlungen in der Ladefläche des Autos befunden haben solle.

Der Anwalt sagte zudem, dass das gefundene Blut laut Aussagen ihres Mandanten zu einer anderen Person gehöre, dessen Identität bekannt sei und überprüft werde. Ihr Mandat kenne Salah und Brahim Abdeslam nur vom Sehen her, denn sie seien sich in ihren Stadtteil Sint-Jans-Molenbeek früher begegnet. Die anderen Verdächtigen kenne er nicht. Der Verdächtige sei nach einem anonymen Tipp verhaftet worden und er sein auf keinen Fall ein radikalisierter Moslem, auch wenn sein Bruder, mit dem er via Facebook Kontakt habe, in Syrien sei.