Wettbewerbsfähigkeit: Lohnkosten nach unten?

Offenbar sieht die belgische Wirtschaft Licht am Ende des Tunnels in Sachen Wettbewerbsfähigkeit gegenüber unseren direkten Nachbarländern. Statistiken des belgischen Wirtschaftsministeriums ist zu entnehmen, dass die Lohnkosten in Belgien derzeit weniger schnell ansteigen, als z.B. in den benachbarten Niederlanden.
AP2011

Seit Jahrzehnten brennt das Thema Lohnhandicap allen Beteiligten auf den Fingern. Die Lohnnebenkosten sind in Belgien deutlich höher, als in unseren direkten Nachbarländern Deutschland, Niederlande, Luxemburg oder Frankreich. Das dies Belgien in Sachen Wettbewerbsfähigkeit benachteiligt, liegt auf der Hand, denn gerade unsere Nachbarländer und -regionen sind unsere wichtigsten Handelspartner.

Doch jetzt ist aus den neuesten Zahlen des belgischen Finanzministeriums ersichtlich, dass sich die Wettbewerbsfähigkeit in dieser Hinsicht leicht verbessert und zwar zum ersten Mal seit etwa fünf Jahren. Das freut in erster Linie die Unternehmen, die dieses Thema gegenüber der Politik in regelmäßigen Abständen auf die Tagesordnung werfen.

Konkret sind die Lohnkosten in Belgien letztes Jahr im Vergleich zu dem, was hierzulande produziert wurde, leicht gesunken. Das bedeutet, dass die Lohnkosten bei auf Jahresbasis weniger deutlich angestiegen sind, wie in unseren Nachbarländern. Gleichzeitig ist die Produktivität, im Vergleich z.B. zu den Niederlanden, hier schneller angestiegen. Für die Statistiker: Die Lohnkosten pro produzierter Einheit sind dabei um jeweils 0,1 % nach unten korrigiert worden.

Das scheint eine sehr kleine Marge zu sein, zeugt jedoch von einer strukturellen Trendwende in Sachen Lohnhandicap mit den Nachbarländern. Das Thema bleibt weiter bei der aktuellen belgischen Mitte-Rechts-Regierung akut.