Brüssel auf dem Weg in die Normalität

Nach dem die belgischen Bundesbehörden am Donnerstag die für die Brüsseler Region geltende Terrorwarnstufe von 4 auf 3 abgesenkt haben, kehrt langsam wieder die Normalität zurück. Die Metro und die Prémetro in der Hauptstadt fahren wieder in vollem Umfang. Jetzt hofft die Geschäftswelt in Brüssel, dass auch die Kundschaft wieder den Weg ins Normale zurückfindet.

Alle Brüsseler Metro- und Prémetro-Stationen sind wieder offen, auch wenn die neuralgischen Bahnhöfe weiter von Soldaten oder Polizisten bewacht werden.

Die Gefahr ist noch nicht gebannt, doch konkrete Hinweise auf drohende Anschläge liegen nicht mehr vor. An Van Hamme, die Sprecherin der Brüsseler Nahverkehrsgesellschaft MIVB/STIB sagte am Freitagmorgen gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion, dass fast alles wieder den Fahrplan nach läuft:

„Wir haben von der Regierung die nötigen Garantien dafür erhalten, dass die Sicherheit garantiert wird. Darum sind die Metrostationen auch wieder zwischen 6 Uhr und 22 Uhr offen. Das ist noch nicht der gesamte Fahrplan, der normalerweise bis Mitternacht läuft. In der Praxis bedeutet das, dass noch alle Stationen von Polizisten oder Soldaten bewacht werden.“

Brüssels regionaler Ministerpräsident froh aber vorsichtig

Nach Ansicht von Brüssels Ministerpräsident Rudy Vervoort (PS) kann seine Hauptstadt-Region nach der Herabstufung der Terrorwarnstufe wieder frei atmen: „Für Brüssel ist das natürlich wichtig. Wir gehen wieder zurück auf die Warnstufe 3 und das ist eine gute Sache für das Leben hier, für die großen Events und für das soziale und kulturelle Leben. Sicher bin ich froh darüber, doch wir müssen weiter vorsichtig sein.“

Einige der Kultureinrichtungen in der belgischen Hauptstadt bleiben aber noch bis nach dem kommenden Wochenende geschlossen, denn hier wurden in großem Umfang Veranstaltungen abgesagt oder verlegt, was so schnell nicht wieder rückgängig gemacht werden kann. Der Brüsseler Weihnachtsmarkt, der an diesem Freitag eröffnet werden soll, wird wohl stattfinden.

Zufriedenes Gaststättengewerbe

Die Betreiber der Cafés und Kneipen, der Restaurants und Frittenbuden und der Hotels und Herbergen in der Hauptstadt atmen ebenfalls auf. Seit dem vergangenen Wochenende tendierten die Einnahmen mancher Gastwirte gegen Null. Die herabgestufte Terrorwarnstufe ist allerdings in deren Auge nur ein erster Schritt, wie Marc Van Muylders, vom Brüsseler Horeca-Verband am Freitag in den VRT-Radionachrichten sagte:

„Dass die Pendler jetzt wieder nach Brüssel zurückkommen, ist schon eine gute Sache, doch haben viele Touristen Reisen nach Brüssel abgesagt und auch geplante Kongresse finden nicht hier statt. Das wirkt sich auf die kommenden Wochen weiter aus. Wir hoffen, dass die Touristen so kurz vor den Feiertagen sagen, dass sie uns durch den Terror nicht im Stich lassen und nach Brüssel kommen, um unsere Stadt zu unterstützen. Das hoffen wir zumindest.“