Menschenkette fürs Klima in Brüssel

In Brüssel wie auch im restlichen Belgien sind trotz des Verbots eines geplanten Klimamarsches, dennoch jede Menge Menschen zusammengekommen, um eine Menschenkette gegen die Erderwärmung zu bilden. Die Demonstranten setzen viel Hoffnung in den UN-Klimagipfel, der am morgigen Montag in Paris beginnt.

Die Aktion in Brüssel war eine Initiative von Climate Express und Klimakoalition. Ursprünglich sollten die Teilnehmer mit einer noch viel größeren Menschengruppe in Paris demonstrieren, aber die Terroranschläge von Paris machten das unmöglich. Die Terrordrohung in Belgien hat wiederum einen Strich durch die geplanten Demonstrationen in Brüssel und Ostende gemacht.

In Ostende war eine groß angelegte Demonstration - eine Ausweichmöglichkeit für Brüssel - verboten worden. Doch in Brüssel sind an diesem Sonntag trotzdem 3.000 bis 4.000 Menschen auf die Straße gegangen. Vom Justizpalast bis zur Börse bildeten die Demonstranten eine Menschenkette. Es waren viel mehr Menschen gekommen als erwartet. Die Menschenkette war rund eineinhalb Kilometer lang. An einigen Stellen hatten sich sogar zwei Reihen gebildet.

"Dass das wichtig ist, weiß doch jeder. Du musst deshalb etwas tun, wenn Dir das etwas bedeutet. Wir sind trotz des Regens gekommen", erzählte eine Demonstrantin unserem Sender.

"Ich bin ziemlich sauer", meinte eine andere Person. "Ich finde es schlimm, dass die Stimme des Bürgers nicht gehört werden soll." Andere Veranstaltungen dürften stattfinden, aber die Demo nicht. Das verstehe der Demonstrant nicht. 

Von alt bis jung sind an diesem Sonntag, einen Tag vor Auftakt des UN-Klimagipfels in Paris, zahlreiche Menschen trotz des Verbots auf die Straße in Brüssel gegangen. Sie hatten eine Botschaft: "Neuer, guter Umweltminister gesucht!"

"Das ist eine kreative und fröhliche Art, um doch noch zu demonstrieren", gab Nathalie Eggermont von Climate Express der Presse zu verstehen. "In 150 Ländern gehen heute Menschen auf die Straße und fordern ein ehrgeiziges und gerechtes Klimaabkommen. Brüssel und Belgien konnten doch nicht zurückstehen."

Wer nicht nach Brüssel kommen konnte, konnte zu Hause eine Protestaktion durchführen und das Foto oder Video in den sozialen Medien unter dem Hashtag #WeAreMarching teilen. Auf der Webseite wearemarching.be würden alle Initiativen gebündelt, so die Veranstalter.

Wenn Weihnachtsmarkt stattfinden darf, muss auch eine Demo möglich sein

Ein Teil der Teilnehmer der Menschenkette demonstrierten nicht nur für ein umfassendes Klimaabkommen, sondern auch gegen die Sicherheitsmaßnahmen, die die Demonstrationen unmöglich gemacht haben.

"200.000 bis 300.000 Menschen konnten in Paris aufgrund des Ausnahmezustands nicht auf die Straße gehen", heißt es weiter bei den Veranstaltern. "In Brüssel und Ostende konnten rund 10.000 Menschen nicht demonstrieren." Der Weihnachtsmarkt dürfe jedoch stattfinden. Wenn der Weihnachtsmarkt beschützt werden könne, dann müsse das für eine Demo auch möglich sein. Die Terrordrohung dürfe nicht dazu benutzt werden, um soziale Bewegungen mundtot zu machen, so die Initiatoren der Menschenkette noch.

Unterdessen sind auch in Paris trotz des Demonstrationsverbots zahlreiche Menschen für das Klima auf die Straße gegangen. Diese Demonstration ist allerdings ausgeartet. "Man wirft selbst mit Kerzen, mit denen der Opfer der Anschläge gedacht werden soll", berichten Beobachter vor Ort. Die Polizei musste Tränengas einsetzen.