Belgien verhilft Christen zur Flucht aus Syrien

Unter größter Geheimhaltung hat Belgien 37 Christen, vor allem Familien und Senioren, zur Flucht aus der nordsyrischen Region al-Hasakah verholfen. Das berichten die Zeitung Het Laatste Nieuws und De Morgen und wurde vom Staatssekretär für Asyl und Migration Theo Francken (N-VA) bestätigt.

Die Flucht war von der syrisch-orthodoxen Kirche vorbereitet worden. Mit Unterstützung der lokalen religiösen Instanzen entkamen die syrischen Christen über Damaskus nach Libanon.

Anschließend wurden sie von den belgischen Sicherheitsdiensten geprüft und erhielten ihr Visum, um - auf eigene Kosten - vom Libanon nach Belgien zu fliegen.

Ein Teil der Flüchtlinge werde von der syrisch-christlichen Gemeinschaft in Belgien aufgefangen. Die anderen werden in den bestehenden Asylzentren untergebracht, so die Pressestelle des Staatssekretärs.

Religiöse Minderheit bedroht

"Wir handeln nicht nach religiösen Kriterien. Jeden Monat werden in Belgien 5.000 Asylanträge eingereicht, bei deren Behandlung wir keinen Unterschied machen", so das Staatssekretariat für Asyl und Migration: "Aber wir stellen fest, dass unter den Asylantragstellern kaum Jesiden und Christen sind. Sie gelangen überhaupt nicht bis Brüssel."

Im vergangenen Jahr hat Belgien 244 Christen aus der syrischen Stadt Aleppo gerettet. Auch diese waren in einer geheimen Operation außer Landes gebracht worden.