Tihange: "Belgien muss die Sorgen ernst nehmen"

Nach dem Brand im Reaktorblock 1 des belgischen Kernkraftwerks Tihange hat die Bundesregierung in Berlin die belgischen Behörden aufgefordert, die Sorgen der deutschen Bevölkerung angemessen zu berücksichtigen. Inzwischen wurde deutlich, dass der Reaktor am Samstag wieder ans Netz gehen soll.

Die Vize-Regierungssprecherin der deutschen Bundesregierung, Christiane Wirtz, sagte am Montag in Berlin, dass man die belgischen Behörden dazu aufgerufen habe, die Sorgen der benachbarten Bevölkerung im deutsch-belgischen Grenzgebiet ernst zu nehmen.

Gefahr für die deutsche Bevölkerung habe es nach den der Regierung vorliegenden Erkenntnissen zum Brand im Atomkraftwerk von Tihange (Prov. Lüttich - Fotos)) nicht gegeben, sagte ein Sprecher des deutschen Umweltministeriums. Über offizielle Kanäle habe es keine Meldungen über den Vorfall gegeben. Das sei ein Hinweis, dass es sich tatsächlich nicht um einen Vorfall im kerntechnischen Bereich der Anlage gehandelt habe, wie die belgischen Behörden meldeten. Tihange 1 hatte sich nach einem Brand in einer Schalttafel im nicht-nuklearen Bereich der Anlage automatisch abgeschaltet.

Inzwischen verzögert sich das Hochfahren des Reaktors Tihange 1 und soll nach Angaben von Kraftwerksbetreiber Electrabel erst am kommenden Samstag geschehen. Seit letzter Woche ist Tihange 2 wieder in Betrieb und seit Montag auch der Reaktor Doel 3 im gleichnamigen Atomkraftwerk bei Antwerpen. Diese beiden Reaktoren waren längere Zeit wegen Haarrissen in den Reaktorummantelungen abgeschaltet und wurden nach grünem Licht durch die Atomkontrollbehörde FANC wieder ans Netz genommen.