Wieder mehr Züchter für Brabanter Kaltblüter

Seit 2011 ist die Zahl der Pferdezüchter, die sich dem Brabanter Kaltblüter widmen, wieder angestiegen. Grund dafür ist eine Prämie, die die flämische Provinz Brabant jedem Züchter pro Fohlen überweist. Dies macht die Aufzucht dieser traditionsreichen Zugpferde interessant. Die meisten Züchter arbeiten in diesem Bereich eher nebenberuflich.

2011 führte die Provinz Flämisch-Brabant eine Prämie von 200 € pro Kaltblüter-Fohlen ein und das blieb nach Ansicht der christdemokratischen Provinz-Abgeordneten Monique Swinnen (CD&V) nicht ohne Folgen. Schon im Jahr darauf hatten sich fünf neue Züchter angemeldet und 2013 kamen noch einmal sieben hinzu. Alleine im gerade zu Ende gehenden Jahr haben sich weitere fünf neue Brabanter-Züchter niedergelassen.

In der Provinz Flämisch-Brabant sind damit derzeit 115 Züchter für die Kaltblüter zugelassen. Und alleine in diesem Jahr zahlte die Provinz 90 Prämien für neugeborene Fohlen aus. Doch warum legt sich die Provinz derart ins Zeug, um die Zucht dieser Pferde zu fördern? Ganz einfach! In den Augen der Verantwortlichen steht das Brabanter Pferd für Kraft, Ruhe und Tradition und dieses Pferd transportiert die Provinz schon in ihrem Namen; hat also dem entsprechend auch einen touristischen Hintergrund.

Das Herz der Brabanterzucht liegt im Pajottenland. Das ist nicht wirklich eine geologisch festgelegte Bezeichnung, sondern eine touristische Benennung. Es liegt am grünen Rand südwestlich von Brüssel am Ortsteil Anderlecht zwischen den Städten und Gemeinden Halle, Edingen, Geraardbergen, Ninove und Aalst. Die Region ist hügelartig, ländlich geprägt und ist in etwa zwischen den Läufen der Zenne und der Dender zu finden.

Traditionspflege

Die Provinz unterstützt auch tatkräftig den „Tag des Brabanter Zugpferdes“ in Vollezele. Dort finden sich seit fünf Jahren jährlich bis zu 5.000 Zuschauer ein. Dieses Pferd wurde und wird seit dem Mittelalter in den verschiedensten Bereichen genutzt. Früher zum Beispiel innerhalb der Kriegsführung, in den Kohleminen oder in den Häfen.

Noch heute nutzen einzelne Landwirte und Holzfäller in ganz Belgien diese starken Pferde. Doch der Einzug der modernen Technik auch in der Landwirtschaft ließ die Zahl der Kaltblüter seit den 1950er Jahren zurückgehen. In den 1980er Jahren gab es hierzulande nur noch etwa 6.000 dieser Pferde. Bis heute soll sich diese Zahl aber wieder verdoppelt haben.

Vielleicht gelingt es der Provinz ja noch, die Brabanter Kaltblüter dem Kulturerbe zuzuführen, quasi diese unter Denkmalschutz zu stellen....