Pfadfinderheime werden zu Auffangzentren

Die belgische Bundesregierung beschloss im Rahmen ihrer letzten großen Sitzung vor den Feiertagen kurzfristig 3.500 zusätzliche Unterkünfte zur Erstaufnahme von Flüchtlingen zu schaffen. Einige dieser Aufnahmeplätze werden in Pfadfinderheimen eingerichtet. Die verschiedenen Scout-Bewegungen aus Flandern hatten der Bundesregierung ihre Lokale zur Erstaufnahme von Jugendlichen angeboten.

In vier Gebäuden der Pfadfinderbewegung im belgischen Bundesland Flandern werden kurzfristig 352 auf die kalte Winterzeit befristete Unterbringungsmöglichkeiten zur Erstaufnahme von jugendlichen Flüchtlingen eingerichtet.

Die belgische Wirtschaftszeitung De Tijd meldete, dass diese Einrichtungen in Herentals (Prov. Antwerpen) und in Zedelgem (Prov. Westflandern) eingerichtet werden. Hinzu kommen noch Pfadfinderlokale in Sint-Joris-Weert (Prov. Flämisch-Brabant) und in De Pinte (Prov. Ostflandern), doch diese Lokale werden vorerst nur bereitgehalten.

Belgiens Staatssekretär für Asyl und Einwanderung, Theo Francken (N-VA), hatte im Rahmen des „Weihnachtsabkommens“ der Bundesregierung die Zustimmung seiner Regierungskollegen erhalten, kurzfristig noch einmal rund 3.500 Aufnahmeplätze für Flüchtlinge schaffen zu dürfen. Diese Plätze werden in erster Linie für die Erstaufnahme genutzt.

Dies wurde nötig, weil viele Flüchtlinge länger auf die Möglichkeit warten müssen, beim Ausländeramt in Brüssel ihre Anträge stellen zu können. Ein junger Asylsucher hatte mit der Hilfe eines Anwalts einen Aufnahmeplatz bei Androhung eines Zwangsgeldes per Gerichtsurteil eingefordert und dies will Staatssekretär Francken in Zukunft absolut vermeiden.