Militär bleibt noch einen Monat im Straßenbild

Die belgische Bundesregierung hat den Einsatz von Soldaten zur Bewachung von sensiblen Orten im Zuge der Terrorwarnstufe 3 um einen weiteren Monat verlängert. Bis mindestens zum 20. Januar 2016 bleiben die Soldaten im Straßenbild der belgischen Großstädte sichtbar.

Der Beschluss der Regierung, die Bewachungsaufträge der belgischen Armee zu verlängern, kommt nicht von ungefähr. Seit den Anschlägen von Paris am 13. November und seit Bekanntwerden der Tatsache, dass die islamistischen Terroristen einen deutlichen Link zu unserem Land haben, gilt in ganz Belgien Terrorwarnstufe 3 (zeitweise galt sogar die Höchststufe 4).

Das Koordinationsorgan für Bedrohungsanalyse (OCAD) nimmt die Terrorwarnung noch immer ernst und der Ministerrat der belgischen Regierung verlängerte das Mandat um einen weiteren Monat. Das bedeutet, dass rund 700 belgische Soldaten neuralgische Punkte in den Städten, sprich potentielle Anschlagsziele, im Auge behalten.

Das OCAD wird Mitte bis Ende Januar 2016 eine neue grundlegende Analyse vorlegen, nach der die Regierung über die weitere Vorgehensweise entscheiden wird.

Das Koordinationsorgan für Bedrohungsanalyse hat übrigens einen neuen Leiter. Der langjährige Direktor dieser Einrichtung, André Vandoren (65) geht Ende des Jahres in Rente. Sein Nachfolger ist Paul Van Tigchelt (42), der von der Staatsanwaltschaft Antwerpen ins OCAD wechselt. Van Tigchelt hatte das belgische Koordinationsorgan für Bedrohungsanalyse nach den Anschlägen auf Washington und New York (9/11) mit gegründet und war lange im belgischen Innenministerium tätig.