Belgischer Atomreaktor Tihange bleibt umstritten

Im belgischen Atomkraftwerk Tihange sind wieder alle drei Reaktoren in Betrieb. Ein Sprecher des Betreibers sagte, der wegen eines Brandes an einer elektrischen Schalttafel stillgelegte Block 1 sei hochgefahren worden und wieder am Netz.

Der Reaktor hatte sich am 18. Dezember infolge des Feuers automatisch abgeschaltet. Der Betrieb der rund 70 Kilometer westlich von Aachen gelegenen Atomanlage wird in Deutschland kritisch gesehen. Besonders umstritten sind die Reaktorblöcke 1 und 2.

Im Streit um die Sicherheit des belgischen Atomkraftwerks Tihange fordern die europäischen Grünen deshalb eine internationale Untersuchungskommission.

"Tihange ist eine europäische Gefahr. Das Atomkraftwerk sollte nun auch von einem europäischen Gremium untersucht werden und bis dahin stillliegen", sagte Michael Cramer, deutscher Grünen-Europaabgeordneter der "Welt am Sonntag".

Im Dezember hatten die Kraftwerksbetreiber die Reaktoren Tihange-2 und Doel-3 wieder ans Netz genommen nachdem 2012 und 2014 Risse in der Druckreaktorenülle festgestellt worden waren. In Deutschland hatte die Genehmigung der belgischen Atombehörde zu heftigen Protesten geführt.