2015 kein Rekord: 36.000 Flüchtlinge anerkannt

In diesem Jahr haben die belgischen Behörden rund 36.000 Flüchtlingen ein Aufenthaltsrecht zugesprochen. Insgesamt haben etwa 48.000 Personen 2015 in Belgien einen entsprechenden Antrag gestellt. Familien mit minderjährigen Kindern wurden hier bevorzugt behandelt.

Belgiens Staatssekretär für Asyl und Einwanderung, Theo Francken (N-VA - kl. Foto), gab gegenüber der flämischen Tageszeitung Het Laatste Nieuws an, dass etwa 30.000 Flüchtlinge im zu Ende gehenden Jahr das Aufenthaltsrecht für unser Land erlangt haben. Dies entspricht in etwa 55 % aller aus Konflikt- und Armutsländern geflüchteter Menschen, die in diesem Jahr in Belgien angekommen sind.

Nach Berechnungen des Staatssekretärs erhielten insgesamt 48.000 Flüchtlinge dieses Jahr ein Aufenthaltsrecht in Belgien. Das sind 30.000 Erwachsene, die einen offiziellen Antrag stellten und deren rund 6.000 Kinder, die im minderjährigen Alter in unserem Land keine eigenen Anträge stellen müssen. Darunter, so Francken gegenüber Het Laaste Nieuws, fallen auch einige tausend weitere Personen, die im Zuge von Familienzusammenführungen dauerhaft in Belgien bleiben dürfen.

Für Staatssekretär Francken ist diese Flüchtlingszahl in unserem Land „beherrschbar“. Doch im neuen Jahr könne die Zahl wieder ansteigen. Die Zahlen für 2015 stellen keinen Rekord dar, auch wenn dies die noch immer andauernde Flüchtlingswelle in Europa vermuten lässt. Im Jahr 2000 erhielten rund 42.000 Asylanträge in Belgien eine positive Antwort.

Flandern: Neue Empfangsklassen für Flüchtlingskinder

Nach den Feiertagen werden rund 15 Schulbetreiber im belgischen Bundesland Flandern neue Empfangsklassen für Flüchtlingskinder eröffnen, wie die flämische Tageszeitung de Morgen berichtet. In diesen Klassen sollen diese Kinder ein Jahr lang u.a. mit Sprachkursen auf das Schulwesen in Flandern vorbereitet werden. Dazu stellen die Unterrichtsbehörden derzeit dutzende neue Lehrpersonen ein.

Deren Aufgabe wird keine leichte sein, denn die Bildung der Flüchtlingskinder ist sehr unterschiedlich ausgebildet. Kaum eines der Kinder spricht hier Niederländisch. Manche von ihnen genossen in ihren Heimatländern eine recht gute Schulbildung; andere hingegen sind Analphabeten. Zudem kommen sehr unterschiedliche gesellschaftliche Hintergründe zusammen, z.B. religiöser Art.