Brüssel: "Drehscheibe Ring funktioniert nicht mehr"

Der Dachverband der Bürgermeister des Bezirks Halle-Vilvoorde in der Provinz Flämisch-Brabant am Brüsseler Rand verlangt von den höher gelegenen Instanzen ein Umdenken im Bereich Verkehr und Mobilität. In den Augen der Bürgermeister braucht die gesamte Region einen neuen Mobilitätsplan, denn der Brüsseler Ring als Verkehrsdrehscheibe funktioniere nicht mehr und sorge nur noch für Staus.

Nach Ansicht der Bürgermeister aus dem gesamten Bezirk Halle-Vilvoorde im Umland der belgischen Hauptstadt Brüssel sei das allgemeine Stauproblem, das auch auf den Ring zurückzuführen sei, mittlerweile im gesamten belgischen Bundesland Flandern zu spüren - mit allen negativen Folgen davon, auch wirtschaftlicher Natur. Der Grund dafür? „Der Ring funktioniert als Drehscheibe für das Straßennetz nicht mehr“, so das Bürgermeister-Kollektiv.

Die Bürgermeister aus dem Bezirk Halle-Vilvoorde fordern deshalb auch mit Nachdruck ein „Mobilitäts-Notprogramm“. Dabei gehen die Bürgerväter um eine Beschleunigung der geplanten Optimierungen für den nördlichen Brüsseler Ring, für den Umbau der A12 und der A8 (die mitten durch Halle führt) bis hin zu Autobahnen ohne ebenerdige Kreuzungen. Eine dringende Verbesserung würden auch der Anschluss an die großen Einfallstraßen in Richtung Brüssel brauchen (N6, N8, N9 und der Ring um Asse herum).

Doch auch andernorts drückt der Schuh und bedürfe es Verbesserungen: Anschluss an den Brussels Airport in Zaventem, eine Beschleunigung des geplanten Baus von gleich drei zusätzlichen Straßenbahnlinien für Brüssel und sein Umland (Jette-Zaventem, Willebroek-Jette und Bahnhof Brüssel Nord-Zaventem), die zum so genannten „BrabantNet“ gehören. Nicht zuletzt sollen die ebenfalls geplanten Fahrrad-Schnellwege entlang des Brüsseler Kanals, entlang der Hochgeschwindigkeits-Bahnlinie Brüssel-Löwen, und zwischen Mechelen und Brüssel, Asse und Brüssel, von Aalst über Dilbeek nach Brüssel und von Denderleeuw nach Brüssel schneller eingerichtet werden.

BELGA/VIDAL

Das öffentliche Verkehrswesen muss reagieren

Daneben fordern die Bezirksbürgermeister aus Halle-Vilvoorde auch eine gut überlegte multi-modale Verkehrspolitik für den Brüsseler Rand. Dies betrifft z.B. den Anschluss des Nahverkehrsnetzes an Radwege und Fahrrad-Stellplätze, mehr Park&Ride-Parkplätze und die Modernisierung von einigen Bahnhöfen im neuen S-Bahnnetz (das so genannte „GEN-Netz“ zur besseren Anbindung Brüssels an das Umland), z.B. in Vilvoorde, an der Kerklaan in Machelen oder auch in Ruisbroek.

Eine weitere Anregung der Bürgerväter aus dem flämisch-brabantischen Bezirk Halle-Vilvoorde ist eine bessere Absprache zwischen den öffentlichen Nahverkehrsgesellschaften und den Kommunen, um die Qualität des Angebots zu verbessern. Nicht zu vergessen sei auch eine bessere Planung des Güterverkehrs nach, von oder durch Brüssel. Das damit auch mehr Mittel für die Verkehrspolitik gefordert werden, ist deutlich und das Bürgermeister-Kollektiv regt die Einrichtung eines Sonderfonds für die Finanzierung von entsprechenden Verkehrsprojekten an.