Terror: 11 Verdächtige in Belgien in U-Haft

Die Terroranschläge von Paris am 13. November sind eng mit der Islamisten-Szene in Belgien verbunden, denn einige der Attentäter stammten z.B. aus dem Brüsseler „Problemviertel“ Molenbeek. Inzwischen sitzen in Belgien 11 Terrorverdächtige in U-Haft. Ein kleiner Überblick.

Seit dem 13. November wurden auch in unserem Land unzählige Razzien und Haussuchungen in der Islamisten-Szene verrichtet. Dabei wurden bis jetzt rund 50 Personen festgenommen und verhört. 11 davon wurden, nach dem sie einem Haftrichter vorgeführt wurden, in Untersuchungshaft genommen.

Vier dieser Untersuchungshäftlinge stehen in direkter Verbindung mit dem immer noch flüchtigen Attentäter von Paris, Salah Abdeslam aus Brüssel. Sie sollen ihm bei der Flucht von Paris nach Brüssel geholfen haben. Ein fünfter in U-Haft befindlicher Verdächtiger ist der Sohn eines radikal-islamistischen Imams aus Verviers (Provinz Lüttich), der über andere Häftlinge in der Haftanstalt von Mamür mit Abdeslam in Kontakt gekommen sein soll.

Ein sechster Terrorverdächtiger wurde nach einer Haussuchung in Auvelais in der Provinz Namür verhaftet. Er lebte in einem Haus, das mutmaßlich als Safe House für die Terroristen genutzt wurde. Daneben sitzen zwei Verdächtige aus dem direktem Umfeld von Bilal Hadfi aus Brüssel in Untersuchungshaft. Bilal hatte sich am 13. November am Stade de France in Paris während des Freundschaftsspiels Frankreich gegen Deutschland in die Luft gesprengt.

In der vergangenen Woche wurde ein neunter Verdächtiger in U-Haft genommen. Er soll mehrmals telefonisch versucht haben, eine Unterkunft für Abdelhamid Abaaoud zu finden. Abaaoud war der mutmaßliche Drahtzieher der Anschläge von Paris. Er wurde einige Tage später im Pariser Ortsteil St. Denis von der französischen Polizei erschossen. Die beiden am Montag in Haft genommenen Verdächtigen haben vermutlich nichts mit Paris zu tun. Sie stehen im dringenden Verdacht, für die Neujahrsnacht in Brüssel Anschläge geplant zu haben.