Kein gemeinsames großes Feuerwerk in Brüssel

Erstmals seit dem Jahr 2007 wird in der Silvesternacht kein großes Feuerwerk über Brüssel zu sehen sein. Der Grund hierfür ist eine erneute Terrordrohung in der belgischen Hauptstadt.

Nach einer neuen Begutachtung der Gefahrensituation in Brüssel am gestrigen Montag durch die Antiterror-Einheit des Landes, hat der Bürgermeister Yvan Mayeur entschieden, dass das geplante große Silvester-Feuerwerk, das mehr als 100.000 Menschen in die Innenstadt locken sollte, ein zu großes Risiko berge.

In dieser Situation sei es unmöglich, jeden zu kontrollieren, betonte der Bürgermeister. Das Feuerwerk ist deshalb abgesagt worden. Menschenmassen stellten nun einmal ein Ziel für Terroristen dar. Man denke nur an die beiden Männer, die diese Woche festgenommen wurden und die offenbar Pläne für einen Anschlag auf dem Brüsseler Marktplatz schmiedeten.

Belgiens Innenminister Jan Jambon warnte im VRT-Radio an diesem Donnerstagmorgen: "Hinzu kommt, dass in den vergangenen Tagen jede Menge Festnahmen und Hausdurchsuchungen erfolgten, die neue Informationen lieferten."

Und aus jüngsten Informationen geht hervor, dass einige Mitglieder der Motorradgang Kamikaze Riders verschwunden sind. Das ist die Bande der beiden Männer, die einen Anschlag planten. Die Nachrichtendienste befürchten, dass die anderen Mitglieder ihre Terrorpläne weiterhin ausführen wollen.

Gefeiert wird trotzdem

Obwohl das Feuerwerk annulliert worden sei, werde die belgische Hauptstadt feiern. Das fügte die liberale Stadtbeirätin, Els Ampe, hinzu. "Es ist schade, aber Brüssel ist mehr als nur Feuerwerk. Brüssel hat mehr als 1.000 Plätze und einer davon ist der De Brouckèreplatz und dort findet zwar kein Feuerwerk statt, aber auf den 999 anderen Plätzen wird einfach weitergefeiert", so die Stadtbeirätin.

"Unser Leben geht weiter, wir müssen uns halt an die ungewöhnlichen Maßnahmen gewöhnen."

Dies sei zwar schlecht für das Brüsseler Image, aber noch viel schädlicher für Brüssel und Belgien sei doch, dass die Bahn wieder einmal streike. Dies habe eine viel größere Auswirkung als die Tatsache, dass ein Feuerwerk abgeblasen werde, so Ampe noch.

Auch der Brüsseler Weihnachtsmarkt bleibt weiter geöffnet. In anderen Städten des Landes, in denen ebenfalls ein Feuerwerk geplant ist, zum Beispiel in Gent und Antwerpen, findet dieses weiterhin statt.

Inzwischen ist zudem bekannt, dass der Mann, der am gestrigen Mittwoch bei einer Hausdurchsuchung im Brüsseler Stadtteil Molenbeek festgenommen wurde, in U-Haft bleiben muss.

Es handelt sich um einen 22-jährigen Mann, der aus dem gleichen Haus mitgenommen wurde, in dem letzten Monat noch Salah Abdeslam vermutet wurde. Abdeslam ist einer der Verdächtigen der Anschläge von Paris.

Am gestrigen Mittwoch wurden in dem Haus auch ein Dutzend Mobiltelefone sichergestellt. Waffen und Sprengstoff wurde nicht gefunden. Der Verdächte ist die neunte Person, die im Zuge der Ermittlungen nach den Anschlägen von Paris verhaftet wurde. Ein zehnter Verdächtiger ist inzwischen vom Untersuchungsrichter wieder freigelassen worden.