"Ohne Zeichen der Ministerin wird gestreikt"

Der zweitägige Streik bei der belgischen Bahn am nächsten Mittwoch und Donnerstag könne nur noch abgewandt werden, wenn die Verkehrsministerin Jacqueline Galant (MR) vor 22 Uhr an diesem Sonntagabend Garantien über den Erhalt des statutarischen Personals bei der belgischen Bahn NMBS liefere. Das hat Michel Abdissi, der belgische Vorsitzende der sozialistischen Bahngewerkschaft (CGSP Cheminots) im französischsprachigen Sender RTL TVi gesagt.

Der Streik beginnt normalerweise am Dienstagabend um 22 Uhr. Vorerst nehmen nur die französischsprachigen Gewerkschaften daran teil.

"Wenn ich vor Sonntag 22 Uhr kein Zeichen von Ministerin Galant bekomme, bei dem sie eindeutig sagt, dass es eine Möglichkeit gibt, eine Beschäftigung der Bediensteten - sowohl quantitativ als auch qualitativ - zu gewährleisten, um den öffentlichen Dienst zu retten, wird der Bahnstreik aufrecht erhalten. Ich habe 48 Stunden, um zu bestätigen, dass der Streik ab dem 5. Januar, 22 Uhr, durchgeführt wird", so Abdissi. "Der Vermittler wird nichts Neues bringen. Das ist der Unterschied beim Verständnis zwischen dem Norden und dem Süden des Landes."

Der Gewerkschafter kündigte auch an, dass die geplanten Arbeitsniederlegungen vom 21., 22. und 23. Januar, die auf Bitten der Studenten verschoben wurden, terminlich neu festgelegt würden, sobald die Gewerkschaften die genauen Daten kennen würden, an denen die Semesterprüfungen in beiden Sprachgemeinschaften vorüber seien. "Sie sind für Anfang Februar vorgesehen."

Die Gewerkschaften hatten ursprünglich fünf Streiktage im Januar angesetzt, bevor sie die Verschiebung der drei Tage ( vom 21. - 23. Januar) akzeptierten. Der flämische und der frankophone Flügel der Gewerkschaften sind noch immer über die Beibehaltung des Streiks am 6. und 7. Januar uneins. Die flämischen Gewerkschaften hatten ihre Streikankündigung letzte Woche zurückgezogen, um weitere Beratungen zu ermöglichen.

Die Regierung will jedenfalls nur einen Vermittler einsetzen, wenn alle Gewerkschaften ihre Streikpläne aufheben.

Die Streikansage wurde als Reaktion auf die gescheiterten Verhandlungen über ein Sozialabkommen für 2016-2018 gemacht.