Doel 1 überraschend abgeschaltet

Am gestrigen Samstagabend schaltete sich der Atomreaktor Doel 1 überraschend ab. Das steht auf der Webseite ENGIE, früher bekannt als GDF Suez. Ein Problem mit einem Generator ist aufgetreten, d.h. mit einem Unterteil, das mechanische Energie in Strom umwandelt. Der Reaktor war erst letzten Mittwoch ans Netz geschlossen worden.

Der Atomreaktor Doel 1 schaltete sich gegen 18 Uhr am gestrigen Samstagabend plötzlich automatisch ab. Das Problem liegt bei einem Generator. Dieser befindet sich laut Electrabel nicht im atomaren Teil des Reaktors. Es sei auch zu keinem Zeitpunkt Gefahr für die Mitarbeiter oder die Umgebung ausgegangen.

Doel 1 ist erst letzten Mittwoch wieder ans Netz geschlossen worden. Der Atomreaktor wure im Februar 40 Jahre alt und musste daher abgeschaltet werden. Inzwischen ist das Gesetz jedoch abgeändert worden und der Reaktor darf noch 10 Jahre länger Strom produzieren.

Auch der Reaktor Doel 3 liegt still, weil im nicht nuklearen Teil der Zentrale einige Reperaturen durchgeführt werden müssen. Trotz der beiden stillgelegten Reaktoren gibt es zur Zeit noch keine Probleme mit der Stromversorgung.

Doel 1,2,3,4

Doel 1 war am 30. Dezember 2015 wieder hochgefahren worden. Der Reaktor war seit Februar letzten Jahres abgeschaltet.

Doel 2 wurde am Weihnachtsabend wieder ans Netz geschlossen. 

Doel 3 wurde in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember, knapp vier Tage nachdem er hochgefahren worden war, wegen eines Wasserlecks in einem Generator im nicht nuklearen Bereich der Zentrale wieder abgeschaltet. Electrabel hofft, dass der Reaktor am 6. Januar wieder hochgefahren werden kann.

Doel 4 arbeitet hingegen auf Hochtouren.

"Los nicht in Hände dieser alten Reaktoren legen!"

Sowohl die Oppositionspartei, die flämischen Sozialisten von der SP.A als auch die der flämischen Grünen Groen fordern, dass die ältesten Atomreaktoren in Belgien Doel 1 und 2 definitiv abgeschaltet werden und dass sich das Land endlich für erneuerbare Energien entscheidet.

Der grüne Parlamentarier Kristof Calvo betonte in der VRT hierzu: "Es ist höchste Zeit, dass die Regierung gemeinsam mit uns festlegt, dass unsere alten Atomkraftwerke stets mehr Probleme an den Tag legen. Ehrlich gesagt bin ich überrascht, dass sich der Innenminister und die Energieministerin in den vergangenen Tagen und Wochen nicht dazu geäußert haben, obwohl die Zahl der Zwischenfälle immer mehr zunimmt."

"Unser Appell ist, dass endlich Schlußfolgerungen daran verkünpft werden und dass wir unser Los nicht länger in die Händen dieser alten, stets unsicherer werdenden Atomkraftwerke legen", so Calvo noch.