"Jeder 10. Belgier hat ein Alkoholproblem"

Nach Ansicht des Wissenschaftlichen Zentrums für das Gesundheitswesen (KCE) muss unsere Gesellschaft lernen, mit dem Thema Alkohol anders umzugehen und sie soll „Problemtrinker“ besser begleiten. 10 % aller erwachsenen Belgier sollen ein Problem mit Alkoholkonsum haben, so das Zentrum.

Nach den Berechnungen des Wissenschaftlichen Zentrums für das Gesundheitswesen sind „Problemtrinker“ Männer, die wöchentlich mehr als 21 Gläser Alkohol zu sich nehmen und Frauen, die pro Woche mehr als 14 Gläser alkoholische Getränke konsumieren. Diese Richtlinie zum Alkoholgebrauch stammt von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und wird mit „Standardgläsern“ berechnet.

Die meisten der Betroffenen würden dies nicht als ein Problem ansehen, so das Zentrum. Deshalb würden sie auch nirgendwo um Hilfe bitten. Raf Mertens vom Wissenschaftlichen Zentrums für das Gesundheitswesen sagte am Montag gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion, dass unser Land einen „Alkoholplan“ brauche, um die Mentalität zu dieser Angelegenheit ändern zu können:

„Ein nationaler oder ein regionaler Alkoholplan kann auf vielerlei Fronten dabei helfen, eine Mentalitätsveränderung auf den Weg zu bringen. Dabei geht es nicht nur um die Haltung gegenüber Alkohol, sondern auch um den Zugang zu alkoholischen Getränken, z.B. für Jugendliche. Das betrifft aber auch die Art und Weise, wie die Menschen mit ihrem eigenen Umgang mit Alkohol umgehen. Vielleicht kann dies ja dabei helfen, einen Weg in Richtung Hilfesuchen zu finden.“

Alkoholmissbrauch birgt laut WHP und KCE Risiken zu 60 verschiedenen (chronischen) Krankheiten, wie Krebs, Diabetes, Übergewicht, Gefäßkrankheiten oder Verdauungsproblemen. Das Wissenschaftlichen Zentrums für das Gesundheitswesen in Belgien fordert zudem, dass die Behandlung von Alkoholproblemen besser von den hiesigen Krankenkassen und -versicherungen abgedeckt werden müsse.