Doel: Die Niederlande fordern Mitsprache

Das neuerliche technische Problem am Reaktor Doel 1 im gleichnamigen Atomkraftwerk bei Antwerpen (Foto) beunruhigt zunehmend auch die benachbarten Niederlande. Dort fordern gleich mehrere Oppositionsparteien ein Verfügungsrecht über das, was die Sicherheit des Kernkraftwerks Doel betrifft.

Der Kernreaktor Doel 1 war in der vergangenen Woche nach knapp 10 Monaten Abschaltung wieder hochgefahren worden, musste jedoch nach einem technischen Schaden an einem Alternator wieder stillgelegt werden. Dieses neuerliche technische Problem an diesem rund 40 Jahre alten Reaktor, für den erst kürzlich eine Laufzeitverlängerung um 10 Jahre verfügt wurde, gießt Öl aufs Feuer der Kritiker. Zum ersten Mal erfolgt jetzt auch massiver Protest aus Richtung der benachbarten Niederlande.

Vor allem die Bürgermeister der belgisch-niederländischen Grenzgemeinden Bergen-op-Zoom, Reimerswaal und Roosendaal (Provinz Zeeuws-Vlaanderen) in der Nähe des Atomkraftwerls fordern mehr Einsicht in die Sicherheitsakten der Meiler. Die links-liberale niederländische Oppositionspartei D66 fordert sogar, dass die Sicherheitsbehörden für Nuklearfragen ihres Landes mitentscheiden, ob der Reaktor Doel 1 wieder hochgefahren werden darf oder nicht.

Andere Oppositionsparteien aus unserem Nachbarland gehen noch einen Schritt weiter und verlangen ein Verfügungsrecht bzw. eine Weisungsbefugnis ihres Landes in diesem Zusammenhang. GroenLinks (Grüne) und die sozialistische SP wollen, dass das Atomkraftwerk Doel mit all seinen vier Meilern geschlossen wird. Soweit wollen nicht alle niederländische Parteien gehen, doch alle sind sich einig, dass sich Belgien mit den Niederlanden in Sachen nukleare Sicherheit besser absprechen muss und dass alle sicherheitsrelevanten Informationen ausgetauscht werden müssen.

Inzwischen wurde der Reaktor Doel 1 aber wieder hochgefahren. Gegen Mittag am Montag ging der Meiler schon wiieder ans Netz.