Flandern erwarb 2015 keine neuen Spitzenwerke

Das belgische Bundesland Flandern hat im vergangenen Jahr keine Kunstwerke aus dem so genannten „Spitzenwerke-Fonds“ finanziert. Es wurden 2015 weder Werke angekauft, noch wurden Restaurierungen aus diesem Fonds bezahlt. Nach Angaben von Landeskulturminister Sven Gatz (Open VLD) steht der Fonds derzeit unter Druck.

Der so genannte „Spitzenwerke-Fonds“ des flämischen Kulturministeriums sieht den „potentiellen“ Ankauf von für das hiesige Kulturerbe relevanten Kunstwerken bzw. der Restauration solcher Stücke vor und verfügt dabei jährlich über Mittel, die zwischen 500.000 oder 600.000 € liegen.

Derzeit sind auf der flämischen Liste für seltene oder unverzichtbare Spitzenwerke 500 Stücke aufgelistet. Diese Werke dürfen das belgische Bundesland Flandern im Prinzip auch nicht verlassen, es sei denn, sie werden für international wichtige Ausstellungen benötigt. Zum Verkauf stehen diese Stücke auf keinen Fall.

Landeskulturminister Gatz (kl. Foto) ließ durchblicken, dass der entsprechende Haushalt seit einiger Zeit unter Druck steht. Die jährlichen Mittel werden von der Restaurierung von Werken und von der Pflege des Bestandes aufgebraucht und reichen nicht für neue Ankäufe aus. Abgesehen davon, so der liberale Minister, komme man mit Mitteln um eine halbe Million Euro auf dem internationalen Kunstmarkt nicht weit.

Im Jahr 2012 wurde der gesamte Jahreshaushalt des Fonds für Restaurierungen verwendet. 2014 wurde rund die Hälfte dieses Budgets dafür verwendet. Dieses Jahr allerdings blieben die Mittel zum ersten Mal überhaupt gänzlich ungenutzt. Für das neue Jahr 2016 sind laut Kulturminister Gatz 563.000 € vorgesehen. Hier sei bei der Aufstellung des entsprechenden Haushalts davon ausgegangen worden, dass die Mittel vollständig aufgebraucht werden.