Positive Entwicklung auf Flanderns Arbeitsmarkt

Der Arbeitsmarkt im belgischen Bundesland Flandern erlebte im vergangenen Jahr nach Ansicht von Landesarbeitsminister Philippe Muyters (N-VA) eine regelrechte Kehrtwende mit fünf Monaten in Folge, in denen die Arbeitslosenquote jeweils sank. Doch, so Muyters, dürfe man jetzt nicht in Übermut verfallen.

Im Dezember 2015 wurden in Flandern 228.987 Arbeitslose registriert. Das sind 710, bzw. 0,3 % weniger als im vergangenen Jahr und stellt den fünften Rückgang der Arbeitslosenquote im Land in Folge dar. Die Arbeitslosenquote sank letztes Jahr in so ziemlich allen Bereichen und Altersklassen. Nur bei den Arbeitslosen, die älter als 60 Jahre sind, stieg die Quote an. Dies dann allerdings sehr stark und zwar auf Jahresbasis um rund 5.560 Betroffene.

Dies zeigt einen dramatischen Anstieg in diesem Bereich um nicht weniger als 155,4 % dar. Aber, die ist auch in Zusammenhang mit einer gesetzlichen auf belgischer Bundesebene zu sehen, die von älteren Arbeitslosen verlangt, dass die dem Arbeitsmarkt länger zur Verfügung stehen sollen. Das zeigt sich in den Arbeitslosenquoten der Arbeitsämter auf Landesebene und regional natürlich deutlich.

Auch in Sachen kurz- und mittelfristige Arbeitslosigkeit sinken die meisten Werte hierzulande: Bei den Kurzzeitarbeitslosen sank die Quote letztes Jahr um 1,9 % und bei den Arbeitslosen, die zwischen einem und zwei Jahren lang ohne Beschäftigung waren, um 7,8 %. Bei den Langzeitarbeitslosen hingegen (länger als 2 Jahre ohne Beschäftigung) stieg die Quote um 7,8 % an.

Landesarbeitsminister Philippe Muyters (kl. Foto) zeigte sich mit der allgemeinen Entwicklung zufrieden und sprach von einer Kehrtwende. Das sei positiv und zeige, dass die Arbeitsmarktpolitik in seinem Bundesland auf dem richtigen Wege sei, doch „ich plädiere dafür, jetzt nicht übermütig zu werden und unsere Anstrengungen weiterzuführen, damit der flämische Arbeitsmarkt strukturell gesund gemacht werden kann. Unser Fokus, Arbeitsuchende, die seit sehr langer Zeit einen Job suchen, über ihre Erfahrung in ihrer Arbeit zu einer Stelle zu verhelfen, scheint aufgrund der vorliegenden Zahlen der Richtige zu sein.“

Belgien: Jobverluste durch Konkurse gehen weiter zurück

Im vergangenen Jahr mussten 10.605 Unternehmen in Belgien Konkurs anmelden. Das sind 6,05 % weniger als im Jahr davor. Durch diese Pleiten gingen 23.050 Arbeitsplätze verloren. Das ist in dieser Hinsicht belgienweit die niedrigste Quote seit dem Jahr 2008 und bedeutet 11,6 % weniger entsprechend verlorene Jobs als im Jahr 2014.

Eine Erklärung dafür ist vielleicht der vorsichtige wirtschaftliche Aufschwung um 1,3 %, den die belgische Nationalbank (NBB) prognostizierte. Nach Berechnungen des HR- und Wirtschafts-Dienstleisters Graydon gingen die Konkurse und die entsprechenden Arbeitsplatzverluste in allen Landesteilen in Belgien spürbar zurück.