2015 Staurekorde in Belgien gebrochen

Im vergangenen Jahr nahm die Zahl der Verkehrsstaus in strukturell weiter zu. An insgesamt rund 50 Tagen wurden hier Staus von mehr als 100 km Länge registriert. Auch die Staulänge nahm zu. Siebenmal waren die Staus länger als 400 km und 46 Mal staute sich der Verkehr über 300 km auf den hiesigen Straßen.

Das Stauproblem in Belgien beschränkt sich bei weitem nicht mehr nur auf die Stoßzeiten am Morgen und am Abend. Laut Staubarometer des belgischen Automobil-Verbandes Touring ziehen sich die Staus nicht nur zeitlich in die Länge, sondern der Verkehr verlegt sich und auch zu den sonstigen Uhrzeiten sind viele Fahrzeuge unterwegs.

Hajo Beeckman, der Verkehrsexperte unseres Senders VRT, begründet dies mit der Tatsache, dass die Autofahrer nach anderen Uhrzeiten für ihre Fahrten suchen, um so den Staus zu entgehen. Das führt dazu, dass sich die Probleme z.B. auf der Autobahn E313 in Richtung Antwerpen bis 11 Uhr und manchmal sogar bis in die Mittagsstunden hinein bemerkbar machen.

Ein weiteres Phänomen ist auch, dass die Autofahrer kaum nach anderen Wegen suchen. Das bedeutet, dass sich mehr Fahrzeuge über längere Zeiträume hinweg im Stau auf immer den gleichen Verkehrsadern befinden. Die klassischen Autobahnen sind dabei die zwischen den großen Städten und der Hauptstadt Brüssel oder auch die Autobahn zwischen Gent und Antwerpen in Flandern.

Ausgereiztes Verkehrswegenetz

Laut VRT-Verkehrsexperte Beeckman stößt das Straßen- und Autobahnnetz in Belgien seit geraumer Zeit an seine Grenzen: „Zur Illustration: 1985 legten wir in Belgien 46 Milliarden Personenkilometer zurück. 2012 war dieser Wert auf 83 Milliarden Kilometer angewachsen und hatte sich damit in etwa verdoppelt.“

Die Kapazitäten hingegen haben sich dem kaum angepasst. Vor allem in Brüssel und Antwerpen drückt der Schuh. Hier nehmen die Verkehrsströme schneller zu, als die Struktur. Rund 50 % aller Verkehrsstaus in Belgien konzentrieren sich in und um diese Metropolen.