"Opfer von sexueller Belästigung bitte Anzeige erstatten!"

Belgiens Innnenminister Jan Jambon von den flämischen Regionalisten (N-VA) hat einen Aufruf gestartet, in dem er alle Frauen, die Opfer von sexueller Gewalt und Belästigung geworden sind, bittet, dies anzuzeigen. Das sagte er während der Kammerdebatte vor dem Hintergrund der Gewalt an Frauen in Köln.

Die Mehrzahl der Parlamentarier wies darauf hin, dass sexuelle Gewalt weiter reiche, als das, was in Köln passiert sei. Auch bei uns würden viele Frauen Opfer solcher Verbrechen.

Els Van Hoof von den flämischen Christdemokraten (CD&V) betonte in der Kammer: "Hier geht es nicht allein um die Gewalt in Köln. 50 Prozent der Frauen in Belgien fühlt sich manchmal unsicher auf der Straße."

Meyrem Almaci von den flämischen Grünen Groen wies darauf hin, dass die Schuld beim Täter zu suchen sei, nicht beim Opfer. "Ob Sie als Frau nun einen kurzen Rock tragen, einen Bikini oder nackt auf die Straße gehen, die Botschaft ist immer: Hände weg!"

Innenminister Jan Jambon betonte deshalb hierzu: "Ich rufe jeden, dessen persönliche Integrität verletzt wurde, dazu auf, das anzuzeigen, damit auch diese Dunkelziffer ans Licht kommt."

"Ich denke, dass das besonders wichtig ist, denn nur so können die Polizeidienste, aber auch alle anderen Akteure, die in diesem Bereich damit zu tun haben, effektiv etwas unternehmen. Geschlechterbezogene und sexuelle Gewalt, worunter zum Beispiel auch die häusliche Gewalt fällt, gehören zu den Prioritäten dieser Regierung und aller Akteure auf föderalem wie regionalem Niveau."