Immer mehr belgische Juden wandern nach Israel aus

Rund 285 belgische Juden, von ungefähr 35.000, sind letztes Jahr nach Israel ausgewichen. Das geht aus Zahlen der Jüdischen Agentur hervor, die sich um die Belange der Juden in der ganzen Welt kümmert. Das Phänomen Alija, die Rückkehr von Juden nach Israel, hat in den vergangenen Jahren stets zugenommen. 2015 betrug die Zunahme 14 Prozent im Vergleich zum Jahr davor.
BELGA/WAEM

Betty Dan, die Vorsitzende der zionistischen Organisation von Belgien ist nicht erstaunt darüber, dass immer mehr Juden auswandern. "Ich hatte gar mit noch höheren Zahlen gerechnet. Die jüdische Gemeinschaft macht sich Sorgen um die Zukunft ihrer Kinder und Enkel. Was das betrifft, sind die Juden in keiner größeren Gefahr als die anderen Gemeinschaften in Europa. Derzeit ist die Sorge für die ganze Welt die gleiche", so Betty Dan, die damit auf die Anschläge vom 13. November in Paris anspielt.

Serge Rosen, der Vorsitzende des Koordinationsausschusses der jüdischen Organisationen von Belgien (CCJOB), schließt sich Dan an. Ihm zufolge ziele der Terrorismus nicht mehr nur noch auf die Juden ab, sondern auf die Bevölkerung im Allgemeinen.

Trotz alledem herrsche in Westeuropa, unabhängig von terroristischen Taten, ein gewisser Antisemitismus, der die alltägliche Situation der Juden negativ beeinflusse. Einige entschieden sich auch für die Auswanderung nach Israel, um ihre Religion offener und sichtbarer ausüben zu können, so Rosen noch.