Noch nie gewährte Belgien so vielen Asylsuchern Schutz

Die Zahl der Asylbewerber, denen letztes Jahr in Belgien Schutz gewährt wurde, ist so hoch wie noch nie. In 60 Prozent aller Fälle bekam ein Asylbewerber den vorübergehenden Status als Kriegsflüchtling. Insgesamt handelt es sich um knapp 11.000 Asylbewerber und deren Kinder. Sie kamen vor allem aus den Konfliktgebieten und dieser Trend hält auch in diesem Jahr an.

Jeder Asylbewerberantrag muss einzeln geprüft werden, sagt der Generalkommissar Dirk Van den Bulck.

"Wenn wir von über 60% Annahmen sprechen, handelt es sich um Entscheidungen, die wir im letzten Jahr getroffen haben. Sie betreffen sowohl Anträge, die eventuell früher eingereicht wurden, als auch solche, die letztes Jahr eingingen. Die größte Zahl der Anträge, die im letzten Jahr eingingen, ist noch nicht bearbeitet", so Van den Bulck.

"Das besondere an der Situation in den vergangenen Jahren ist und das ist deutlich, dass Asylbewerber, die nach Belgien, nach Europa, kommen, mehr als früher schutzbedürftige Flüchtlinge sind."

Im Jahr 2015 beantragten knapp 35.500 Menschen Asyl. Das ist doppelt so viel wie im Jahr zuvor. Unter ihnen befand sich eine Rekordzahl von mehr als 3.000 unbegleiteter Minderjähriger. Das ist sechs Mal mehr als im Jahr zuvor.

Nur bei der letzten Asylkrise 1999-2000 war die Zahl der Asylanträge insgesamt höher als im letzten Jahr. Die Mehrzahl der Anträge wurde von Irakern, Syrern und Afghanen gestellt. Sie kommen also aus Konfliktgebieten und vielen von ihnen wird Schutz gewährt. Bei Irakern hängt eine Anerkennung von ihrem Profil ab. Der Grad der Anerkennungen ist etwas niedriger.

Das Generalkommissariat, das die Asylanträge bearbeitet, kämpft mit einem enormen Arbeitsdruck. Es hat derzeit einen Rückstand von knapp 7.000 Akten.