Ältestes Evangelium der Benelux-Länder digital

Der „Codex Eyckensis“, eine mit Miniaturen und Initialen verzierte Bibel aus dem 8. Jahrhundert, ist jetzt auf digitalem Wege zu erforschen. Bei dem Werk handelt es sich nicht nur im die älteste in Belgien bewahrte Handschrift, sondern auch um das älteste Evangelium aus den Benelux-Ländern, gab UNESCO Flandern dazu an.

Vermutlich wurde dieses christliche Werk um das Jahr 760 herum im Skriptorium er Abtei von Echternach, die älteste Stadt Luxemburgs, verfasst, um danach in die Abtei von Aldeneik in Maaseik, in der heutigen flämischen Provinz Limburg umzuziehen. Der „Codex Eyckensis“ ist heute noch immer in Maaseik zu sehen und zwar in der dortigen Sint-Catharinakirche.

Diese Handschrift geht zurück in die Zeit der Christianisierung des ländlichen europäischen Festlands aus Richtung der angelsächsischen Welt. Das Werk trug aber auch zur Verbreitung der Schriftkultur in den damaligen Niederen Landen bei, wie UNESCO-Flandern dazu mitteilt. Und, beim „Codex Eyckensis“ handelt es sich um eine der ältesten künstlerisch verzierten Schriften Europas.

Jetzt muss man nicht mehr unbedingt nach Maaseik (Foto) reisen, um dieses Werk zu konsultieren, auch wenn ein Trip in diese kleine flämisch-limburgische Stadt an der Grenze zu den Niederlanden durchaus eine Reise wert ist. Der „Codex Eyckensis“ wurde digitalisiert. Dazu arbeiteten die Stadt Maaseik und die Universität Löwen (KU Leuven - Flämisch-Brabant) eng zusammen.

Digital

Die Abteilung „Imaging Lab en Illuminare Leuven“ des KUL-Forschungszentrums für Mittelalterliche Kunst digitalisierte im Zuge dessen auch noch ein bisher kaum bekanntes Evangelium aus dem 10. Jahrhundert. Beide Werke sind zum einen über Europeana, das Portal für digitale Sammlungen aus europäischen Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen, und zum anderen auch über das Kulturerbe-Portal des belgischen Bundeslandes Flandern, Erfgoedplus.be, zu konsultieren. Hier geht es auf direktem Wege zum „Codex Eyckensis“.