Hohe Milchproduktion trotz niedriger Preise

Am 1. April 2015 hatte die Europäische Union die bis dahin geltenden Milchquoten abgeschafft. Seit dem ist die Milchproduktion in Belgien um 4,5 % angestiegen. Damit wurden „historisch hohe“ Mengen an Milch produziert, so der flämische Bauernbund. Und dies, obwohl die Milchpreise derzeit weiter niedrig bleiben.

Nach Angaben des flämischen Bauernbundes wird in nahezu ganz Europa mehr Milch als je zuvor produziert. Die Kehrseite der Medaille sei allerdings die weiter sinkenden Preise und die Aussichten am Markt würden ebenfalls weiter eher düster bleiben. Auf Ebene der Europäischen Union wurde in den ersten 10 Monaten des Jahres 2015 1,8 % mehr Milch produziert. Nur in Italien und in einigen osteuropäischen EU-Ländern ist die Produktion hier rückläufig.

Der flämische Bauernbund meldet dazu in der aktuellen Ausgabe seiner Mitgliederzeitschrift: „In den vergangenen Monaten wurde die Produktionssteigerung trotz der niedrigen Preise sogar noch stärker als während des Sommers. Im Oktober lag die Milchproduktion in Flandern um 12,4 % höher als im gleichen Monat des Vorjahres. Auch während die Landwirte nicht aus ihren Unkosten kommen und während die Preise weiter sinken, wird stets mehr Milch produziert.“

Es sei keine Besserung in Sicht, meint der Verband weiter, denn das heutige Niveau der niedrigen Preise könne noch weiter anhalten. Ein weiteres Problem sei auch der wegbrechende Export, z.B. durch den Agrarboykott Russlands und durch die Zurückhaltung der Chinesen angesichts der dort herrschenden Rezession. Die für den Euro günstigen Dollarkurse haben zudem keinen positiven Einfluss auf die Arbeit der europäischen Milchviehhalter.