Niedrigrekord: Die Belgier sparen kaum noch

Noch nie haben die Belgier seit der Einführung des Euro als europäische Einheitswährung so wenig gespart, wie im vergangenen Jahr. Zum einen bleibt nach allen Ausgaben zu wenig übrig zum Sparen und zum anderen geben die Belgier wieder mehr Geld aus.

Nach Berechnungen des Instituts für Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung in Belgien (IVG) ist der Anteil des durchschnittlichen Einkommens der privaten Haushalte in unserem Land, der nach Abzug aller laufenden Ausgaben noch übrig bleibt, auf knapp unter 12 % gesunken.

Das IVG gibt als einen der Gründe an, dass zum einen die Realeinkommen in Belgien leicht sinken und dass zum anderen die Bürger unseres Landes mehr Geld ausgeben. Das führt dazu, dass hierzulande noch nie so wenig gespart worden ist, wie jetzt, und dies seit der Einführung des Euro im Jahr 1999.

Johan Van Gompel, Volkswirt bei der belgischen Allfinanzgruppe KBC, sagte dazu am Dienstagmorgen gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion, dass auch andere Faktoren bei dieser Entwicklung mitspielen: „Ein Grund sind auch die niedrigen Zinsen, denn traditionell werden die Einkünfte aus Vermögen hier wiederum gespart. Jetzt sorgen die niedrigen Zinsen dafür, dass diese Einkommen etwas niedriger sind. Also wird weniger gespart.“

„Zum anderen haben die Menschen heute wieder mehr Vertrauen in das System und dies wiederum kommt der Wirtschaft zugute. Weniger sparen bedeutet auch mehr ausgeben und konsumieren. Im vergangenen Jahr hat der Konsum der Familien der Wirtschaft doch einen gehörigen Schub gegeben.“, so der KBC-Volkswirt. Die Banken in Belgien bieten derzeit kaum noch Zinsen auf Sparguthaben an. Auch aus diesem Grund verzichten die Verbraucher darauf und tendieren dazu, mehr Geld auszugeben, als ertragslos auf die hohe Kante zu legen.