Weitere Bahnstreiks sind erstmal vom Tisch

Der Sozialkonflikt bei der belgischen Eisenbahn ist offenbar entschärft. Direktion und Gewerkschaften haben sich auf einen gemeinsamen Terminkalender einigen können, in dem einige sensible „heiße Eisen“ verhandelt werden können. Die weiteren angekündigten Streiks im Laufe des Januars sind damit erstmal vom Tisch (Archivfoto aus der vergangenen Woche).

Luc Piens von der christlichen Eisenbahnergewerkschaft ACV Transcom sagte nach dem Treffen mit der Bahndirektion am Dienstag, dass man einen Rahmen und einen Zeitplan für die Verhandlungen habe abstimmen können: „Wir reden miteinander, also gibt es einen Fortschritt.“ Michel Abdissi von der frankophonen sozialistischen Gewerkschaft CGSP Cheminots fügte hinzu: „Deutlich ist auch, dass wir derzeit nicht mehr von Streik sprechen.“

Beide Gewerkschaftler der flämischen Abteilungen ihrer Gewerkschaften zeigten sich zuversichtlich nach Ablauf des Treffens mit der Chefetage der belgischen Eisenbahn. Es biete sich ausreichend Raum, um alles, was besprochen werden müsse, auch zu besprechen, hieß es weiter dazu.

Die frankophonen Eisenbahnergewerkschaften hatten in der vergangenen Woche noch mit einem 48 Stunden-Streik gegen die Reformpläne der NMBS/SNCB protestiert, denn Sparprogramme bei gleichzeitiger Erhöhung der Produktivität wollen sie nicht akzeptieren. Die flämischen Eisenbahner hingegen hatten direkt auf Verhandlungen gesetzt und ihre Streikankündigung zurückgezogen.