Tankstellen für Erdgas, Wasserstoff und Strom

Flanderns Landesenergieministerin Annemie Turteelboom (Open VLD) will erreichen, dass das belgische Bundesland bis 2020 über ausreichend Tankstallen und Ladestationen für alternative Treibstoffe für Straßenfahrzeuge verfügt. In jeder flämischen Gemeinde soll z.B. bis dahin eine Erdgastankstelle zu finden sein.

Landesenergieministerin Turtelboom (kl. Foto) will erreichen, dass jede der insgesamt 308 flämischen Gemeinden über eine so genannte CNG-, sprich Erdgastankstelle verfügt. Zudem sollen bis 2020 landesweit 20 Tankstellen für Wasserstoff eingerichtet werden und mindestens 5.000 öffentliche Ladestationen für Elektroautos zu finden sein.

Turtelboom kündigte ihre Pläne im Rahmen des 94. Brüsseler Autosalons an. Bisher sei Flandern in Sachen Schadstoffausstoß und Feinstaub ein Fleck auf der europäischen Landkarte, so die Ministerin: „Das Grünen der Politik ist bereits angesetzt, doch jetzt muss auch die Infrastruktur folgen. Ein grünes Auto mit Null Schadstoff hat keinen Sinn, wenn nirgends alternative Kraftstoffe getankt werden können.“

Die Ministerin zeigte sich zufrieden damit, dass sich der betroffene Sektor den Initiativen der Landespolitik anschließt: „Der Erdgassektor beschloss, Käufern eines mit Erdgas betriebenen Autos ebenfalls Prämien anzubieten.“

Das sich die Autofahrer auf die Herausforderungen einlassen, unterstrich die Ministerin anlässlich des Pressetages des Autosalons in Brüssel mit der Feststellung, dass alleine in den ersten 10 Tagen des neuen Jahres 19 Elektroautos angemeldet wurden. Im gleichen Zeitraum 2015 wurde gerade einmal ein Elektroauto verkauft und eingeschrieben. Zudem seien sechs CNG-Fahrzeuge angeschafft worden. Bis Mitte Januar 2015 sei in Flandern kein einziges derartiges Fahrzeug abgesetzt worden.

Nachholbedarf gibt es allerdings im Bereich des Fahrzeugparks der öffentlichen Hand im belgischen Bundesland Flandern. In unserem Bundesland sind bisher nur 0,2 % der Dienstfahrzeuge Elektroautos und lediglich 0,1 % dieser Fahrzeuge werden mit Erdgas betrieben. Das sind acht E-Autos und fünf CNG-Wagen gegenüber fast 4.300 Diesel- oder Benzin-Fahrzeugen...

Abkommen mit den E-Ladestellen-Betreibern

Am Rande des Autosalons von Brüssel, der sich auch dieses Jahr wieder mit alternativen Kraftstoffen und umweltfreundlichen Autos beschäftigt, unterzeichneten sechs Betreiber von Elektro-Ladestationen mit der Landesenergieministerin ein gemeinsames Abkommen, "OpenChargePoint Belgium" genannt, zum weiteren Verhalten in diesem Bereich.

Allego, Blue Corner, Eneco België, EV-Box Belux, EV Point und The New Motion versprechen darin, für jeden zugängliche Ladestationen zu schaffen, ein transparentes Preisgefüge aufzubauen und nicht zuletzt auch ein einheitliches Ladesystem auf den Weg zu bringen.

In dem Abkommen sagen die Unternehmen, dass sie die Quantität und Qualität der Ladeinfrastruktur in Belgien auf das gleiche Niveau wie im Ausland bringen wollen.