Viele unbegleitete Minderjährige bitten in Belgien um Asyl

Die Zahl der im Zuge der Flüchtlingswelle unbegleitet nach Belgien kommenden Kinder und Jugendlichen steigt immer höher. Alleine im vergangenen Jahr haben hier rund 3.000 allein reisende Minderjährige in unserem Land um Asyl gebeten. In den vergangenen Monaten nahm die Zahl von jungen Asylsuchern aus Afghanistan auffallend zu. Nicht alle waren wirklich „minderjährig“.

Nach den Statistiken des General-Kommissariats für Flüchtlinge registrierte Belgien im vergangenen Jahr 35.476 Asylanfragen. Darunter waren 3.099 nicht begleitete Minderjährige. Diese Zahl stieg 2015 stetig. Im Dezember des vergangenen Jahres wurden über 19 % der Asylanträge von Minderjährigen eingereicht.

Der Großteil dieser alleine hier ankommenden Kinder oder Jugendlichen kam dabei aus Afghanistan. Auf das ganze Jahr verteilt, waren 65 % dieser Minderjährigen Afghanen. Im Dezember stieg diese Zahl auf 86,8 %.

Neun von 10 dieser Kinder oder Jugendlichen sind überdies männlich. Lediglich 3,9 % aller in Belgien um Asyl bittenden unbegleiteten Jugendlichen kam aus dem Bürgerkriegsland Syrien.

Doch nicht alle der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge, die hier um Aufnahme bitten, waren wirklich noch nicht volljährig. Das Vormundschaftsamt des belgischen Justizministeriums entdeckte über Alterstests via Knochenscans, dass 1.043 dieser Antragsteller über ihr Alter gelogen hatten.

Solche Tests werden allerdings nur dann angewendet, wenn die Mitarbeiter der Einwandererbehörde bei der Antragstellung „visuelle“ Bedenken über das wahre Alter der Betroffenen äußern. Das geschah 2015 in 1.490 Fällen.