Staatsanwaltschaft sauer auf Franzosen

Belgiens Bundesstaatsanwaltschaft ist sehr unzufrieden darüber, dass in Paris die Identität des dritten Terroristen freigegeben wurde, der bei dem Polizeieinsatz in Saint-Denis umgekommen ist. Das habe die Ermittlungen in Brüssel durchkreuzt, heißt es.

Chakib Akrouh konnte mithilfe von Videoaufnahmen der Pariser Metro vom 13. November identifiziert werden. Zu diesem Zeitpunkt war er mit Abdelhamid Abaaoud unterwegs, einem der Terroristen, die für die Pariser Anschläge verantwortlich waren.

Von Akrouh wurde DNA-Material in der Wohnung des Pariser Vororts Saint-Denis gefunden, die im Dezember von der französischen Polizei gestürmt worden war. Dabei brachte sich der 25-jährige marokkanischstämmige Belgier mit einem Bombengürtel um. Er befand sich mit zwei weiteren Personen in der Wohnung, die dort ebenfalls umkamen.

Das DNA-Material konnte mit der DNA seiner Mutter verglichen werden, was die definitive Identifizierung ermöglichte. Der Name von Chakib Akrouh erschien am Donnerstag in französischen Medien, ohne dass die Pariser Justiz ihre belgischen Kollegen informierte.

Die belgischen Ermittler hofften darauf, im Brüsseler Umfeld des Mannes noch Information zu entdecken. Wegen des französischen Lecks mussten sie am Freitag schneller als geplant noch Hausdurchsuchungen organisieren, aber befürchtet wird, dass diese jetzt ergebnislos bleiben werden.

Die Ermittler vermuten, dass Chakib Akrouh am 13. November des vergangenen Jahres an den Anschlägen auf Pariser Cafés und Restaurants beteiligt war. Bisher konnten 8 der 10 Terroristen identifiziert werden, die an den Pariser Anschlägen beteiligt waren.